• Review | Thimbleweed Park™ •

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Photos: Thimbleweed Park (PR)

Heute versuche ich mich mal an meiner ersten Game-Review. Ich hatte euch angeboten, über → “Thimbleweed Park” zu schreiben, das neue Spiel der Designer von “Monkey Island” und “Maniac Mansion”, Ron Gilbert und Gary Winnick. Und falls ihr es noch nicht wusstet, ich habe wirklich eine gewaltige Schwäche für alte Point-and-Click-Adventures und/oder die im Pixeldesign, denn dank meinem supercoolen Papa und einem seiner guten Freunde bin ich mit “Monkey Island” aufgewachsen – und das macht eine Kindheit wirklich grandios. ;) Um ehrlich zu sein, habe ich “Maniac Mansion” allerdings noch nie gespielt, bin aber gewillt, das nachzuholen, so wie auch endlich ein paar andere Spiele wie “Day of the Tentacle”, “Loom” oder “Grim Fandango” zu spielen (die ja immer irgendwie auch bei “Monkey Island” erwähnt wurden, mich aber bisher nie so richtig angesprochen hatten). Übrigens: ich liebe auch “Simon the Sorcerer” (nur I und II!), also falls ihr das noch nicht kennt, solltet ihr das unbedingt ändern, so wie ich es mit all den anderen Klassikern machen werde! ;)

Ich wünschte, ich hätte früher von “Thimbleweed Park” erfahren, als es noch ein Kickstarter-Projekt war – ich hätte definitiv ordentlich Geld investiert, zumindest um eine “physische Version” des Spiels zu haben oder sogar Teil des Telefonbuchs zu sein. ;) Ich hab’ aber erst etwa einen Monat vor dem Release am 30. März davon erfahren, also war es schon zu spät, einer der Backer zu werden, aber ich hab’ mich gefreut, das alles auch so zu unterstützen. Nicht nur durch meinen Kauf in der Sekunde, als das Spiel endlich auf Steam verfügbar war, sondern auch, indem ich den Soundtrack des Spiels erworben habe (der absolut grandios ist und perfekt zum Spiel passt!).

Ich will nicht zu viel schreiben, um die Review kurzweilig zu machen, und natürlich werde ich euch in keinster Weise spoilern, also wenn ihr lesen möchtet, was ich so über dieses wundervolle Spiel zu sagen habe: lest weiter… ;)

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Also, “Thimbleweed Park” spielt 1987 (das Jahr, in dem “Maniac Mansion”, und drei Jahre, bevor “Monkey Island” rauskam – haltet die Augen offen für ein paar Wortwitze darüber!) und die Story beginnt – nach einer kurzen Tutorial-Anfangssitzung, in der man einen deutschen Geschäftsmann spielt – mit einer Leiche unter einer Brücke, die bereits am Verpixeln ist, und zwei Bundesagenten, die diesen Fall untersuchen werden. Die beiden sind nur zwei von fünf spielbaren Charakteren in dem Spiel.

Wie ihr auf dem Bild oben sehen könnt, gibt es:

Ransome, den Clown – ein sehr grummliger Typ, der gerne flucht
Franklin, den Geist – sein letzter Wille ist es, nochmal mit seiner Tochter zu sprechen
(Senior) Agent Ray – sie arbeitet definitiv nicht nur an dem Fall mit der Leiche
(Junior) Agent Reyes – auch der sucht nicht nur nach Antworten zu dem Mord
Delores – eine Spielentwicklerin, die herausfinden will, was mit ihrem Vater und Onkel passiert ist

Natürlich gibt es noch mehr lustige Charaktere in dem Spiel, zum Beispiel den Sheriff von Thimbleweed Park, der die gleiche Person wie der Gerichtsmediziner UND der Hotelmanager zu sein scheint – aber warum? Die Antworten gibt’s am Schluss, keine Sorge. ;)

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Man kann fast die ganze Zeit zwischen allen Charakteren herumschalten und wie ihr euch sicher denken könnt, ist das nicht nur zum Spaß so, sondern auch wichtig, um viele wunderbare Rätsel zu lösen (manchmal kann man nur etwas mit einem bestimmten Charakter kriegen und muss es dann einem anderen übergeben), manche einfach, manche ganz schön schwer. Hier ein Extratipp: im schwierigen Spielmodus macht es definitiv mehr Spaß und es gibt auch ein paar lustige Sidelines (wie eine Kettensäge – Hardcorefans der guten alten Spiele wissen schon, was das bedeutet – werden wir sie endlich zum Laufen kriegen?), während im einfachen Modus sehr viele Rätsel fehlen. Ich hab’ es direkt beim ersten Mal auf schwierig durchgespielt und habe etwa 16 Stunden gebraucht – an manchen Stellen waren die Rätsel sehr offensichtlich und leicht zu lösen (ich denke, das ist auch ein Vorteil, wenn man die klassischen Spiel liebt), aber dann gab es auch ganz schön knifflige, für die ich fast eine Stunde gebraucht habe, um endlich in der Story weiterzukommen.

Was sehr hilfreich ist, vor allem, wenn man mal Pause machen muss und am nächsten Tag weiterspielt, ist die To-Do-Liste von jedem Charakter, also weiß man immer, was man noch erledigen muss. Es gibt auch Extraaufgaben, die für das Spiel nicht notwendig sind, wie die Staubkörner oder zum Beispiel, wenn man für Madame Morena einen “Magic Mushroom” finden muss, so wie auch viele Objekte, die man im Spiel findet, die aber total nutzlos sind, nur um zu verwirren, wo sie wohl wichtig sein könnten.

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Die Story hat neun Kapitel und während alles mit der verpixelnden Leiche unter der Brücke beginnt, geht es mit richtigen “AHAAAA!”- und auch “WTF?!”-Momenten weiter. Das Ende war wirklich irre und ich war so “Waaaaaaaaas?” und dann “Haaaaaaaa!” und als der Abspann kam (übrigens – nicht den Bildschirm verlassen, der ist toll und da gibt’s auch noch ein Easter Egg für uns Hardcorefans!), hab’ ich mich gefühlt, als wäre ich wirklich ein Teil des Spiels gewesen, habe all die Stories gelebt, alle Rätsel gelöst und es hat sich wunderbar angefühlt. :)

Es gibt nicht nur den Mordfall, sondern auch die Story von Onkel Chuck und seinem Testament, die vielen Vakuumröhren und TRON-Maschinen, den 20 Jahre alten Fall der runtergebrannten Kissenfabrik und, natürlich, die Frage, wie diese fünf Leute überhaupt in all dem zusammenpassen.

Wie auch immer – es ist nicht leicht, genug zu erzählen, ohne zu viel zu verraten, also lasse ich meine Review mal so stehen und sage euch nur, dass ihr, wenn ihr diese klassischen Adventuregames mit dem zauberhaften Interface und dem außergewöhnlichen Humor liebt, nicht drüber nachdenken und die 19,99 € (wenn ihr “Monkey Island” so sehr liebt wie ich, werdet ihr immer dran denken, “nie mehr als 50 Mark für ein Spiel zu zahlen” – was natürlich auf Englisch etwas mehr Sinn macht, da es da 20 sind, aber hey – ich fand’s witzig! ;)) für dieses glückliche Gefühl von Nostalgie und Kindheit (zumindest für mich) ausgeben solltet – es lohnt sich!

“Thimbleweed Park” ist (momentan) erhältlich über Steam für Windows und Mac, für die Xbox One, iOs und Android.

Thimbleweed Park Launch Trailer from Ron Gilbert on Vimeo.

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Written by Luciana
Hello everyone, my name is Luciana, I'm 27, and the creative mind of "Lu zieht an." I was born in Germany but I'm half Brazilian, that's why you can read this blog in German and English - but feel free to write and ask me anything in Portuguese. I love and live fashion, am obsessed with sunglasses and bright lipsticks and the world's biggest sushi and steak lover. Follow me for daily updates on Instagram (@luziehtan). ♥
6 comments
  • Day of the Tentacle musst du unbedingt nachholen! ;)
    Bei Thimbleweed Park war ich bis jetzt immer noch unschlüssig aufgrund der fehlenden deutschen Synchro. Ich bin dem Englischen zwar mächtig, aber hab wie du als Kind auch die ganzen Monkey Island etc. gezockt. Ich hab bedenken, dass mir mit der englischen Audiospur dieses Retrofeeling einfach abhanden kommt :D
    Früher oder später werd ich es mir aber trotzdem holen, dazu bin ich zu neugierig ;)
    Auf den ersten Blick find ich den Clown auch mega gruselig! :D Liegt vielleicht auch daran, dass ich gerade Es von Stephen King lese und er mich sehr an Pennywise erinnert xD

    • Steht auf jeden Fall auf der Liste. Glücklicherweise ja auch bei Steam mit drin – und Loom auch! :)

      Also das Spiel ist zwar nicht synchronisiert, aber die Untertitelung reicht auf jeden Fall aus. Teil 1 und 2 von Monkey Island waren ja auch ohne Sprache, von daher hab‘ ich mir da auch keine Gedanken gemacht. ;) Ich müsste mal schauen, ob man die Stimmen rein theoretisch ausschalten könnte, dann hätte man auf jeden Fall zu 100% das Retrofeeling. ;)

  • Hey Lu!
    Danke für deine wunderbare Rezension!
    Ich hab jetzt so Bock auf das Spiel und muss es mir sofort holen! :)
    Die Point-and-Click-Adventures von Ron Gilbert sind echt immer toll und mit so viel Liebe gemacht. Ärgert mich oft, dass ich nur selten dazu kam eines zu spielen, aber alleine die Let’s Plays auf Youtube sind davon schon sehr unterhaltsam. Umso mehr feiere ich, dass ich jetzt die Möglichkeit habe dabei zu sein, wenn so ein tolles Spiel frisch auf den Markt kommt. :)

    Finde es toll, dass du auf deinem Blog auch für solche Themen den Platz findest. :)

    Liebe Grüße, Marita

    • Vielen lieben Dank für dein Feedback – ich freu‘ mich, dass die Review so gut angekommen ist! :) War ja auch mit dein Wunsch und dem bin ich gerne nachgegangen, auch wenn das für mich noch quasi „unbekanntes Gebiet“ ist (ich schau‘ nur ab und zu mal „Let’s Plays“ auf YouTube). ;)

      Ich hoffe auf jeden Fall, dass du genauso viel Spaß mit „Thimbleweed Park“ hast wie ich – ich werde jetzt erst mal ein bisschen Zeit vergehen lassen müssen, damit ich es dann wieder neu spielen kann und hoffentlich die meisten Rätsellösungen wieder vergessen habe. ;)

  • Yeah, sehr schöne Review! Bisher habe ich Thimbleweed Park noch nicht gespielt, da Steam bei mir irgendwie nicht geht, aber wenn ich mal viel Zeit hab fuchs ich mich da rein. Ich meine, bei den Machern kann es nur genial sein. Ich bin auch absoluter Monkey Island Fan (Lieblingsstelle: Blassido Domingo und das abziehen der Karte :D ) und liebe überhaupt alles von Lucas Arts. Diese unendlich absurden Gespräche und Kombinationsmöglichkeiten, mein Gott, wie lange ich da teilweise an der Lösung saß… War ‚ne herrliche Zeit :)
    Wenn du damit durch bist, spiel unbedingt Day of the tentacle! Bei der Spielhistorie ist das genau dein Ding :)
    Ich hoffe da kommen noch ganz viele Spiele-reviews :)
    Liebe grüße

    • Na dann hoffe ich, dass du das bald zum Laufen kriegst – es lohnt sich wirklich! Das ganze Nostalgiegefühl ist sehr groß und auch die vielen Anspielungen und manchmal auch bekannten Witze (Stichwort „Ich verkaufe diese feinen Lederjacken!“) machen es halt nochmal ein Stückchen besonderer, weil man zwar was Neues vor sich hat, aber es halt irgendwie doch „alt“ und vertraut ist. Ein wunderbares Gefühl und ich hab‘ es daher wirklich verschlungen – eigentlich wollte ich gar keine Pause machen, aber nachts dann doch ein bisschen schlafen musste leider sein. :D

      Die Stelle mit Blassido ist soooo übel, ich finde sie heute noch eklig, aber wahnsinnig komisch – ich meine: wer kommt denn bitte auf sowas?! Aber tatsächlich ist Teil 3 auch mein allerliebster – vermutlich, weil der halt dann auch tatsächlich zu „meiner“ Zeit rauskam (da war ich 7 oder 8) und ich es eben auch wirklich aktiv gespielt habe. Aber auch die Erinnerungen an Teil 1 und 2 zusammen mit meinem Papa sind welche, die mir ganz besonders am Herzen liegen. :)

      „Day of the Tentacle“ gibt’s ja sogar für’s iPhone, mit „Maniac Mansion“ als Spiel im Spiel – ich denke, das werde ich mir gönnen, obwohl der originale Spielspaß am PC natürlich größer ist, aber ich muss mal schauen, ob ich das so überhaupt noch auftreiben kann. Gilt ja für die meisten der alten Spiele. :)

      Ob ich noch mehr Spiele-Reviews schreiben werde, weiß ich gar nicht. Ich bin ja tatsächlich SO fixiert auf den alten Kram, dass ich die neuen Sachen gar nicht so sehr mag, auch wenn ich ab und zu gerne mal bei Gronkh reinschaue (mein persönlicher Held). :) Vielleicht kommt ja mal wieder sowas Tolles raus, dann bin ich auf jeden Fall am Start, ansonsten: mal schauen. ;)

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