Blogger sind doof. ♥

Und nicht nur das: sie sind außerdem produktgeil und lassen sich für Gratiszeug gern für dumm verkaufen. Außerdem ist es ja nur ein Hobby, weshalb Blogger und ihre Arbeit sowieso nichts wert sind.

Das ist mein Fazit und das, was ich Anfang Januar in Sachen “Was Firmen von uns Bloggern denken” (und wie sie entsprechend handeln) gelernt habe. Mein Jahr hatte ganz toll gestartet, indem sich fröhlich an meinen Bildern bedient wurde. Womit wir direkt mal bei einem Blogger-Fakt wären: Ein Blog ist kein kostenfreier Bilderpool zum lustigen Selbstbedienen!

Gleich zwei Bilderklau-Fälle musste ich bereits am zweiten Tag des neuen Jahres erleben. Beim ersten Fall ging es dabei um ein Foto, das nicht nur ungefragt hergenommen wurde, sondern auch noch bearbeitet (mein Wasserzeichen entfernt) und als eigenes Foto ausgegeben wurde. Beim zweiten Fall wurde zwar auch das Wasserzeichen entfernt, aber immerhin mein Name (ohne Verlinkung) erwähnt. Und ich wurde im Nachhinein gefragt, ob das denn okay war. War es nicht. Denn es ist schlicht und einfach eine goldene Regel – nicht nur im Internet, sondern in jeder Situation: man nimmt sich nicht einfach etwas, das einem nicht gehört, ohne vorher zu fragen.

Beide Fälle habe ich umgehend meinem Anwalt vorgelegt – und mit beiden Firmen die Zusammenarbeit beendet. Schließlich habe ich keine Lust auf einen Geschäftspartner, der mich so behandelt (und das beim einen Fall nach über einem Jahr Kooperation!).

Bewusst nenne ich keine Namen – das ist nur fair so und ich hoffe sehr, dass ihr dafür Verständnis habt. Spekuliert nicht in den Kommentaren, welche Firmen das denn wohl waren, die Kommentare werde ich nicht veröffentlichen.

Bei Fall Nummer 1 (der, bei dem mein Foto als eigenes ausgegeben wurde) sah es so aus:
Hier war die Reaktion auf die Abmahnung erst mal eine Abwesenheit der Zuständigen, so dass uns (meinen Anwalt und mich) deren Anwalt um eine Fristverlängerung bat. Noch vor Ablauf der Frist erreichte mich eine Mail, in der mir wieder ein ganz großartiges “Angebot” gemacht wurde – wir sollten das doch nicht über einen Anwalt laufen lassen, sondern ich bekomme deren Produkt für ein halbes Jahr kostenfrei und wir behalten die tolle Zusammenarbeit bei, da in Zukunft mehr mit Bloggern zusammengearbeitet werden soll und ich dann ja auf deren Kanälen gefeatured werden würde. Auch hier wurde wohl darauf gesetzt: “Für Produkte ist die sicher so doof, das alles wieder zurückzunehmen, dann passt das schon!” – nein. Wortlos habe ich auch das meinem Anwalt weitergeleitet, der daraufhin in Kontakt mit deren Anwalt stand, der versicherte, dass das nicht mit ihm abgesprochen und nicht im Sinne seines Mandanten war (komisch, wenn der das selbst angeboten hat…). Uns wurde versichert, dass Anwaltskosten ohne Widerworte bezahlt und die Unterlassungserklärung unterschrieben werden. Allerdings sei der Schadensersatz, der in diesem Fall (da ich nicht als Urheber genannt wurde) verdoppelt wird, zu hoch angesetzt, da das Foto (ich zitiere!) “im Rahmen ihres (meines) Hobbys als Bloggerin entstanden” ist und ich deshalb nicht "in den Genuss der Honorarempfehlungen der Mittelstandsvereinigung" kommen soll. Na klar: Bloggen ist nur ein Hobby – da kann man sich am Ergebnis dieser Tätigkeit immer problemlos bedienen – hat ja keinen Wert! Offensichtlich war mein “Hobby” aber gut genug, um als eigenes Werk ausgegeben zu werden. Und mein Hobby war gut genug, um über ein Jahr mit mir zusammenzuarbeiten und meine (gern geschriebene) Werbung kostenlos anzunehmen! Es war sogar so gut, dass mir eine weitere Zusammenarbeit nach dem Bilderklau angeboten wurde! Hauptsache, man muss dafür nicht bezahlen.
Vom Schadensersatz wollte die Firma nur ein Drittel bezahlen, was wirklich ein Witz ist, wenn man bedenkt, was sie sich vorzuwerfen haben. Dieses Drittel und die Anwaltskosten wurden dann überwiesen, aber damit wollten wir uns nicht zufrieden geben. Wir haben einen Vergleich angeboten, mit der Anmerkung, dass mein “Hobby” wohl doch bisher immer gut genug war. Zum Ende der zweiten Frist wurde dann endlich angekündigt, dass dem nachgegeben wird. Das Geld wurde bezahlt und somit für mich alles beendet. Das gilt auch für die Blogkooperation, die über ein Jahr lang lief.

Fall Nummer 2 (der, bei dem im Nachinein gefragt wurde) hat sich anschließend folgendermaßen zugetragen:
Als Antwort auf die Abmahnung durch meinen Anwalt wurde zunächst versucht, mich einzulullen – das war alles gut gemeint gewesen und mit Networking im Hinterkopf (warum zum Teufel wurde ich dann nicht verlinkt?) und “es wurde ja gefragt”. Aber hey: ich geh’ auch nicht in den Laden, nehm’ mir die Designertasche (so als Beispiel) mit nach Hause und schicke danach eine Mail und frag’, ob das okay war! Es wurde darum gebeten, sich doch gütlich zu einigen und das ohne rechtlichen Beistand zu machen. Aber – wie heißt es so schön: ich sage nichts ohne meinen Anwalt. Dieser hat die Kommunikation übernommen und für mich geantwortet. Was ich danach zu hören bekam, hat mich tatsächlich für ein paar Minuten sprachlos gemacht. Uns wurde angeboten, Anwalts- und Schadensersatzkosten doch einfach in Form von Produktproben an mich zu bezahlen! Dass die Gesamtkosten nicht einfach mal ein, zwei Produkte wert sind, sondern fast im vierstelligen (!) Bereich, muss ich euch sicher nicht sagen – ich glaube nicht, dass das schnell mal so verschickt wäre – mal ganz davon abgesehen, dass ein solches “Angebot” schlicht und einfach unangebracht ist – und mir die Meinung von dieser Firma (und leider auch so manch anderen) über Blogger klar gezeigt hat: “Wir schenken dem blöden Blogger einfach was, dann passt die Sache wieder – Blogger wollen doch eh nur möglichst viel Gratiszeug!” – außerdem würden in dem Fall für die Firma keine Kosten aufkommen, denn was für einen Wert haben solche Sachen schon? Ein paar kleine Produktionskosten, die nur ein Bruchteil dessen sind, was sie mir zahlen müssten.
Schließlich wurde eingesehen, dass mein Anwalt nicht mit einem (als Beispiel) Duschgel bezahlt werden kann – Anwaltskosten und Unterlassungserklärung werden unterzeichnet und überwiesen, hieß es, aber den Schadensersatz würde man mir dennoch gern nochmal in Form von Produktproben anbieten. Meinem Anwalt wurde ausdrücklich erklärt, er solle mir das unbedingt nochmal unterbreiten und schmackhaft machen.
Dass wir das abgelehnt haben, sollte natürlich klar sein. Wer das nicht ablehnt, soll sich an dieser Stelle verabschieden und die Blogpostüberschrift ernstnehmen und vor allem: sich nicht Blogger nennen, sondern Idiot. 
Wir erwarteten nun die Zahlung der Anwaltskosten, denn auf das Thema Schadensersatzzahlung wurde nun nicht mehr weiter eingegangen (angeblich waren diese auch zu hoch angesetzt, wobei man sagen muss, dass sie der niedrigste Betrag waren, den man für so einen Fall ansetzt). Kurz darauf trudelte ein Betrag ein, der etwa 40% der Gesamtkosten abgedeckt hat – womit nicht mal die ursprünglichen Anwaltskosten bezahlt wären.
Wir beschlossen, einen Vergleich anzubieten, denn den Gesamtbetrag würde ich wohl nie sehen: insgesamt sollten sie nun nur noch 70% des Gesamtbetrages bis zu einer gesetzten Frist zahlen (also noch die 30% Rest bezahlen). Die Frist ist verstrichen – kein Geld kam, keine Antwort kam.  Ein zweites Mal erinnerten wir an die restliche, offen stehende Zahlung und auch hier kam bis Fristende und danach keine Antwort mehr. Auch kein Geld. Es war offensichtlich, dass davon ausgegangen wurde, ich würde aufgeben. Das war zumindest mein Plan. Leider wurde uns versichert, dass es sich bei dem (Rest-)Betrag nicht lohnen würde, vor Gericht zu gehen (nur zu gern hätte ich es getan!), so dass ich bis heute nie wieder etwas gehört habe, geschweige denn das restliche Geld gesehen habe.

Zusätzlich möchte ich noch einige Worte zum Verhalten der Person der Firma sagen, die meine Abmahnung nicht nur als ein “Brandmal” betitelt hat, sondern auch meinte, dass “so etwas Spuren hinterlässt” und sie sich in Zukunft “zweimal überlegen, wie man mit Bloggern zusammenarbeitet”. Sie wäre in einer solchen Angelegenheit noch nie mit sowas konfrontiert gewesen und ganz ehrlich – das glaube ich gern! Denn leider vergessen viele Blogger, dass alles, was sie tun, einen sehr großen Wert hat! Darunter fallen vor allem auch die Fotos, die nicht nur einen popeligen Link wert sind. Sondern Geld! Tatsächlich sind wir Blogger natürlich für jede Erwähnung und jeden Link dankbar – aber deshalb sind wir nicht dämlich! Nach wie vor sollte auch für sowas vorher gefragt werden, ob ein Foto verwendet werden darf oder nicht. Auch wenn Blogger im Normalfall immer ja sagen, geht es hier ums Prinzip!
Dass sie sich in Zukunft zweimal überlegen, wie sie mit Bloggern zusammenarbeiten, ist zwar anders gemeint, aber: ich hoffe es sehr! So wie hier vorgegangen wurde, ist es einfach nicht in Ordnung. Bloß, weil ich ein Blogger bin, bin ich deshalb in meinem Gebiet nicht weniger professionell als ein Redakteur o.ä. in seinem. Von uns Bloggern wird Professionalität verlangt, aber in so einem Fall sind wir plötzlich das dumme Ding, das für ein kostenloses Teil sämtliche Prinzipien von sich wirft und sich dafür veräppeln lässt – man kann sich auch alles schön zurechtrücken. Dass die Person überrascht von meiner Abmahnung war, kann ich mir gut vorstellen. Ich war vermutlich die Erste, die sich gegen ein solches Verhalten gewehrt hat – ich hoffe sehr, dass ich nicht die Letzte bleibe!

Und ich frage mich, an welchem Punkt der Ruf der Blogger angekommen ist, wenn versucht wird, ernsthafte Zahlungen mit Produkten zu ersetzen!
Ich denke, genau sowas sagt aus, warum Blogger in Deutschland nicht ernstgenommen werden, warum in anderen Ländern “Blogger” ein richtiger Job, aber hier nur “so ein Ding, das die da im Internet schreibt” ist. Weil Bloggen ein Mittel zum Zweck geworden ist – eine Möglichkeit, sich mit kostenlosem Kram ausstatten zu lassen, ohne viel dafür zu tun. Weil viele gar nicht darüber nachdenken, was sie wert sind – für ein Päckchen kostenlose Tampons machen sie es gern. Oder für die x-te Flasche Waschmittel (mit eigenen Ohren gehört).

Eventuell ist das ein guter Denkanstoß zum Schluss – mit der Frage an manche da draußen:

Warum genau bloggst du eigentlich?

Nachtrag: Ich hatte  diesen Post wahnsinnig lange in meinen Entwürfen und habe entsprechend immer wieder gezögert, ihn online zu stellen – schließlich ist er wirklich ganz anders als die üblichen Posts hier (und vor allem sehr kritisch!). 
Aber bis heute sind mir immer wieder ähnliche Fälle passiert, weshalb ich es nun doch als Anreiz genommen  habe, euch zu ermutigen, so nicht mit euch umgehen zu lassen.
So hatte ich vor einiger Zeit mal eine Firma gefragt, ob sie ganz grundsätzlich mit Bloggern zusammenarbeiten (wohlgemerkt: ich hatte keine Samples im Hinterkopf, es war eine Marke, die ich gern mag und bei der ich mich gefreut hätte, irgendeine Art der Kooperation zu starten – vielleicht sogar für euch, wenn sie denn dabeigewesen wären!) – die Antwort war, man würde nur mit bekannten internationalen Bloggern mit großer Leserschaft zusammenarbeiten (Tatsache wiederum war, dass die meisten Blogger, mit denen sie kooperieren, die aus ihrem eigenen Land sind und eine sehr kleine Leserschaft haben, auch wenn etwa 2 wirklich bekannte Blogger dabei sind). Als ich kurz darauf meine Fotos, auf denen ich etwas der Marke trage, auf ihrer Facebookseite gefunden habe und man sich damit brüstete, schickte ich kurzerhand eine Rechnung. Nicht mit mir arbeiten wollen und mich kleinreden, aber dann sowas? Nein, danke!
Und auch der Klassiker, dass Firmen im Anschluss an eine Zusammenarbeit nicht zahlen wollen (und auch nicht mehr auf Mails reagieren), kommt immer wieder vor – aber nicht (mehr) mit mir!

Ich hoffe, auch für euch (gerade die Blogger!) ist dieser Post hilfreich und zeigt euch, dass so ein Verhalten nicht okay ist – Verlinkungen und Samples in allen Ehren, aber sich unter Wert verkaufen und für dumm verkaufen lassen, sollte für niemanden eine Option sein – auch nicht aus Dankbarkeit!

95 comments
  • Liebe Lu,

    ein klasse Beitrag. Ich hoffe das sich auch andere den Beitrag gerne durchlesen um sich vielleicht endlich mal bewusst zu werden das man sich nicht alles gefallen lassen muss. Zum Glück hatte ich persönlich derartige Probleme nicht.

  • Liebe Lu,

    ein ganz großartiger Beitrag, der endlich das Ausspricht, was vielleicht viele Denken. Ich auf jeden Fall!

    Es gibt gar kein Grund, dass du so lange damit gewartet hast. Egal welchen Standpunkt man als Blogger über die Zusammenarbeit mit Marken vertritt, niemand sollte sich erlauben, Ideen, Texte und Bilder zu verwenden, die nicht sein Eigen sind. Was ich mich die ganze Zeit gefragt habe, auch bei einigen Kommentaren hier, wie würde ein Magazin, egal ob print oder online, reagieren? Ich meine, nicht anders.

    Liebe Grüße,
    Din

  • Zumindest steht hier mal das (mode)Blogger letzten Endes nichts anderes machen als gerne Werbung für Firmen zu schreiben die sie, wie auch immer, dafür entlohnen. Dann muss man sich doch nicht wundern wenn man nicht ernst genommen wird…

  • Da bin ich ganz deiner Meinung! Ich finde es wirklich schade, dass so viele denken, dass man uns Blogger iwie verarschen kann. Ich hatte auch schon öfters Probleme mit Bilderklau und auch Firmen die nicht gezahlt haben. Meistens wird dann gar nicht mehr geantwortet und selbst wenn man mit dem Antwort droht passiert nichts. Wahrscheinlich denken sie sich, dass das nur leere Drohungen sind, aber falsch gedacht. Auch ich habe schon den Anwalt eingeschaltet um mir mein Geld zu holen! Anders scheint das ja bei einigen Firmen nicht zu funktionieren, was echt traurig ist.

  • Liebe Lu,
    ich blogge auch und finde auch, dass die Arbeit von uns Bloggern viel wert ist und auch ich möchte ernst genommen werden.
    Aber ich finde Anwälte sollten das letzte Mittel sein. Ich finde deine Reaktion übertrieben.

    • Ich kann dich beruhigen – ich sehe Anwälte eigentlich auch nur als "letztes Mittel", dennoch war es in beiden Fällen angebracht (vor allem auch im Nachhinein betrachtet!). Beim ersten Fall hatte ich sogar noch Kontakt mit jemandem, den ich kenne, der für die Firma arbeitet, dem ich sogar die Erlaubnis gegeben hatte, ein Foto zu verwenden (allerdings anderweitig und auch mit einer entsprechenden Absprache), bevor ich mich für den Schritt entschieden habe.
      Es passiert einfach viel zu oft, dass Fotos ungefragt benutzt werden und gerade, wenn man sich das Ganze mal andersrum anschaut, wie viele Blogger gezielt abgemahnt werden (da werden Anwälte, die nur auf solche Abmahnungen spezialisiert sind, angeheuert, die die Blogger rauspicken und dann auf ziemlich fiese vierstellige Beträge abmahnen!), wenn das passiert, sollte man das eigentlich anders sehen. Ich versteh' schon, was du meinst, aber was mir danach noch an verschiedensten Sachen passiert ist, hat mich nur bestätigt, dass es anders wohl wirklich weder ankommt, noch ernstgenommen wird. Man kann sich nicht immer nur unter Wert verkaufen und veräppeln lassen.

      • Vielen Dank für deine liebe Antwort. :)
        Nun verstehe ich ein bisschen mehr, warum du einen Anwalt eingeschaltet hast. Sie sind für mich nur einfach immer ein rotes Tuch.
        Und an die "andere Seite", dass Blogger auch abgemahnt werden hatte ich in diesem Moment garnicht gedacht, da hast du natürlich vollkommen recht.

  • Ganz ernsthaft: ich halte nichts von Anwälten. In keinster Weise. Diese ganze Abmahnhysterie unterstützen? Sehe ich nicht ein! Und Geld daraus schlagen möchte ich auch nicht! Da kann ich und mein Blog noch soviel Wert sein – ich möchte mich einfach nicht zu diesen A…. zählen. Punkt.

    Ich gebe Dir recht wenn Du sagst das ist nicht korrekt. Ist es auch nicht. Aber dann sämtliche Kommunikation abbrechen und nur noch über den Anwalt reden?! Naja … das ist schön solange man auf der richtigen Seite sitzt. Morgen kommt jemand an und sagt: hey! Du Lu! Du benutzt den Namen "LuZiehtan" der hat einen relativen Vergleichswert und wird leicht mit unserem Firmennamen verwechselt und deshalb mahnen wir Dich heirmit ab. Hier ist das Schreiben vom Anwalt, das alleine kostet Dich 5000 Euro – egal was dabei raus kommt – und dann, weil wir 10 Jahre länger online sind und eine eingetragene Marke, zahlst du nochmal 50.000 Euro. Die Firma dankt für Deine Finanzspritze.
    Dagegen kannst du in gewisser Weise sicher noch vorgehen aber letztendlich bleibst du mit Sicherheit immer noch auf einem Batzen Kohle hocken. Nachdem ich das beruflich mehr als einmal miterleben durfte und auch gesehen habe wieviele Personen dann in ein paar Monaten alles firmentechnisch dicht gemacht haben, weil sie das in keinster Weise finanziell tragen konnten. Und das alles nur wegen einer markenrechtlichen Abmahnung – die im Grunde jedem passieren kann, weil ohne das man sich vorher über sowas Gedanken gemacht hat ist es heute echt schnell passiert, eben weil ja jeder direkt den Anwalt nimmt.

    Klar kann man einen Bilderklau nicht durchgehen lassen. Ich hatte auch schon mehrere wo mit meinen Bildern dann auch aktiv geworben wurde, aber ich habe es, da ich zum einen die Firmen ja kannte, die Personen kannte, nicht gemacht. Ich habe mich persönlich darum gekümmert – mitnichten nur leise – und wir haben dann eine Lösung gefunden mit der ich mehr als zufrieden war. Ein Angebot, dass meinen Schaden ausglich und meinem Blog auch einen Mehrwert brachte. Im Schlimmstenfall hätte ich sicherlich immernoch einen Anwalt einschalten können, aber das wäre für mich wirklich nur eine allerletzte Option gewesen.

    Die Kooperationen bestehen heute immer noch – und ich habe trotzdem mein Gesicht gewahrt und mir eben nicht alles gefallen lassen. Ich habe klar gemacht: Bis hier hin – nicht weiter und es wurde respektiert. Gerade mit langjährigen Partnern war mir das auch wichtig. Nicht der Kooperation wegen sondern der Menschlichkeit wegen.

  • Hallo Lu,
    man man das war aber mal ein Text!
    Mir selbst ist so etwas noch nie untergekommen, dazu ist mein Blog noch zu klein!
    Aber ich finde es super, dass du dich dagegen wehrst.
    Einen Aufreger hatte ich aber auch:
    Ich habe bei einem kleineren deutschen Onlineshop für Kosmetik angefragt, ob sie Interesse an einer Kooperation hätten, da ich gerne bei ihnen bestelle und ich gerne ein Shopportrait machen würde, da der Sitz des Ladens ganz in meiner Nähe ist und einfach mal vorbeikommen, ein paar Bilder machen, vielleicht den Besitzer drei Fragen stellen. Ich habe ausdrücklich erwähnt, dass ich keine Samples haben will, sondern einfach den Laden vorstellen.
    Nach drei Wochen kam als Rückmeldung sie würden erst ab einer Leserzahl ab 1500 mit Bloggern zusammenarbeiten. So etwas undankbares. Finde ich scheiße! Viel Aufwand wäre das nicht gewesen, weder finanziell noch in sonst irgendeiner Hinsicht!
    Jetzt will ich da nicht mehr bestellen!
    Lg Allie

  • WUNDERBAR! Ich finde deine Stellungnahme absolut stark und engagiert! Du zeigst, dass "einen Mode-Blog schreiben" eine Facette ist, die offensichtlich ein schlechtes Image hat. Deine Selbstreflektion ist aber GROßE KLASSE und deinen Post finde ich mutig und in seiner Klarheit sehr produktiv! Weiter so – go for it!

  • Liebe Lu, ich finde den Artikel absolut klasse und sehr wichtig. Was Recht ist, muß Recht bleiben, Copyrightsverletzungen sind kein Kavaliersdelikt und die anschließenden Versuche, das Ganze auch noch mit Produktproben quasi ungeschehen zu machen, setzt dem Ganzen die Krone auf. Finde es absolut richtig, dass man dagegen auch sofort juristisch vorgeht, denn wie man sieht würden außergerichtliche Einigungsversuche erst recht nichts bringen. Dieser kritische Artikel zeigt jedoch auch die andere Seite der Blogger, nämlich derjenigen, die einen lieblosen, dahingekritzelten Blog eben genau nur mit dem Zweck betreiben, um Produktproben zu bekommen. Davon gibt es leider ebenfalls zahlreiche, die nicht mit einem Hauch soviel Herzblut eine so tolle Webseite betreiben wie Du es machst. Und genau auf solche Leute trifft es leider genau zu, dass Blogger produktgeil sind und sich für ein paar Samples für dumm verkaufen lassen. Wieviele Blogger verfassen ein paar allgemeine Artikel, veranstalten lächerliche Gewinnspiele um ja ein paar Mehr Klicks und Follower zu bekommen, die ebenfalls dumm genug sind und die Masche nicht durchschauen. Viele Leserinnen lassen sich da wirklich leicht verleiten, klicken auf Folgen und tragen u.U.dazu bei, dass die lieblose Bloggerin dadurch wirklich noch an ihr eigentlichen Ziel, nämlich von Herstellen angeschrieben zu werden, erreicht. Um Austausch, nette Kontakte oder ganz einfach um Erfahrungen mitzuteilen geht es dabei überhaupt nicht. Stattdessen wird eifrig betont, die Gewinnspielsachen noch vom eigenen Geld gekauft zu haben, fragt man sich wovon denn sonst. Zu vernünftigen Rezensionen reicht es da bei weitem nicht, von eigenen, facettenreichen Fotos wie Du sie machst, ganz zu schweigen. Daher ist es bedauerlich, dass die Bloggerwelt wirklich zweigeteilt ist, man kann sich nur wünschen dass all diejenigen, die aus falscher Motivation heraus bloggen, es sein lassen und Platz lassen für Leute wie Dich, die sowohl modetechnisch als auch beautymäßig eine absolute Bereicherung im Netz sind. Alles Gute und viele Grüße!

  • Wow..Ich habe ja schon einiges mitbekommen, auch dass mal eine 13-jährige ein Foto von einem Amu von mit gemopst hat und ohne zu fragen als ihr Profilbild genommen hat. Ganz winizig war noch mein Copyright hinterlegt, aber bei der Bildgröße im Instagram nicht sichtbar. Das fand ich auch nicht toll, wo gibts denn sowas??
    Bei Firmen ist es noch sehr viel schlimmer und ich finde deine Reaktion gerechtfertigt. Die geben Millionen für Werbekampagnen aus und machen dann sowas. Ohne Worte.
    Ich finde es auch toll, wenn es anderen Lesern auffällt und einen drauf hinweisen, dass da ein Bild ist was eigentlich ich gemacht habe. So kann man solchen Fällen wie bei dir, dementsprechend reagieren.

    Toller kritischer Beitrag!
    Liebe Grüße
    Jenny

  • Von so etwas höre ich wirklich zum ersten Mal! Ich habe meinen Blog erst seit August und relativ neu in diesem ganzen Gebiet. Ich finde es unerhört, dass Firmen so etwas abziehen! Gerade wenn man noch nach einer Kooperation fragt und dann trotz einer Absage kack frech die Fotos genommen werden. Du hast richtig reagiert und dich gewährt. Schade ist es nur, dass man dann doch am kürzeren Hebel sitzt und die letzten 30% nicht zurückbekommen wirst. Während ich deinen EIntrag gelesen habe wurde ich richtig wütend. Das geht doch so nicht!

  • Ich kann Dir nur zu dem Entschluss gratulieren, jeweils den Vergleich akzeptiert zu haben.
    Vor gut einem Jahr habe ich über 6.000,- Euro dafür zahlen müssen, dass ich in so einem Fall geklagt habe.
    2 Bilder von meiner Seite waren auf einer kommerziellen Seite veröffentlicht worden. Meine Aufforderung, meine Fotos zu löschen, wurden ignoriert. Auf eine anwaltliche Abmahnung hin, wurden die Fotos entfernt, die Übernahme der Abmahnkosten (Anwalt) wurde jedoch abgelehnt. Daraufhin wurde Klage eingelegt. Mein Anwalt machte einen sehr erfahrenen, kompetenten Eindruck und da ich zu beiden Fotos das Urbild nachweisen konnte, schien der Fall wasserdicht.
    Tja, Überraschung: die Klage wurde abgewiesen und somit hatte ich nicht nur die eigenen Anwaltskosten, sondern auch noch die Gerichtskosten und die gegnerischen Anwaltskosten am Hals. Daher: klagen sollte nur der, dem 6.000,- Euro nicht weiter weh tun. Grund für die Klageabweisung war übrigens: mir ist kein Schaden entstanden, ich könne nicht nachweisen, dass ich die Bilder selbst gemacht hatte, auch wenn es sich um meinen Fotoapparat handelte. Es gab zwar Zeugen, aber die hatte mein Anwalt nicht erwähnt. Merke: ein Anwalt verdient immer, auch wenn er so einen Fall schlampig vor Gericht bringt.

    • was ist das denn für eine Begründung? Copyright-Verletzung ist ja wohl was Eindeutiges, da braucht man nicht von 'Schaden entstehen' sprechen. und weiters… ist etwa die große böse Firma zu dir nachhause gekommen, hat deine Kamera geklaut und damit schnell mal ein paar Fotos gemacht?! finde ich ganz komisch, wie das gelaufen ist.
      das mit dem Anwalt ist natürlich Pech… aber leider kann das in jedem Bereich passieren. genauso kann ein Arzt mal eine falsche Diagnose stellen, dennoch heißt das nicht, dass man nie wieder zu irgendeinem Arzt gehen sollte ;)

  • Was genau ist verwerflich daran, wenn Dir eine Firma als Kompensation Produkte anbietet? Wenn Dir Firmen Tablets, Smartphones, Küchenmaschinen oder Autos geben, kann man das sinnvoll in Bargeld umrechnen. Wenn man natürlich das Pech hat, nur mit Firmen zusammenzuarbeiten, die Duschgel oder Unterhosen im Angebot haben, wird das ab Beträgen über 50€ natürlich schwer^^ Schon allein die Lagerung ;-) Aber Du solltest daher nicht grundsätzlich gegen diese Art der Bezahlung wettern, denn nur weil es bei DIR jetzt gerade doof klappte, kann das bei anderen besser hinhauen. Natürlich sind Eigenprodukte für die Firmen immer eine günstigere Alternative, aber wenn man Dir Produkte anbietet, die in der Herstellung 3 Cent kosten, auf dem Markt aber 3000€, dann würde ich das trotzdem nehmen….und verkaufen. Da muss man abwägen…

    Zudem ist es wenig konsequent, wenn Du erst großes Tamtam machst, aber dich immer mit Vergleichen abspeisen lässt. Ich weiß ja nicht, was man als Privatperson so tun kann, aber wenn Du das beruflich machst, kannst Du das auch an ein Inkassounternehmen abgeben. Da bekommst Du auch nicht mehr als bei einem Vergleich, aber die Firma zahlt am Ende voll. Und es gibt ja noch "russisch Inkasso", wo die Zahlungsaufforderung mit etwas mehr "Nachdruck" versehen wird.
    Ich meine nur, wenn Du schon alle zum gnadenlosen Klagen aufforderst, wirkt es komisch, wenn Du selbst dann einknickst. Eine andere, durchaus übliche Methode ist auch die Vorkasse. Oder ein Werkvertrag. Da kann man sich auch mit noch so tollen Anwälten nicht rauswinden. Und jetzt bitte nicht die Ausrede, dass würden die ja nicht machen, das wäre total unüblich etc. Das ist das Einklagen von Kleinbeträgen auch, wird aber dennoch täglich von großen Firmen gemacht.

    • Grundsätzlich ist daran nichts "verwerflich", wenn man die Produkte MIR anbietet – und nicht als Zahlungsmittlel für sämtliche Kosten, inklusive derer für meinen Antwalt. Mal ganz davon abgesehen, dass ich es trotzdem noch für falsch halte, in so einem Fall Produkte anzubieten, weil es um wirklich ernsthafte Zahlungen geht. Dass mir als Fashion- und Beautyblogger keine Autos oder Tablets angeboten werden, ist halt so und selbst dann fände ich es immer noch ziemlich blöd, wenn ich die Sachen erst noch verkaufen müsste, um meinen Anwalt bezahlen zu können – Extrastress, nur, weil die Firmen Kosten sparen wollen?
      Zwar stehen bei mir Samples auch als "Bezahlung", gerade bei den Beautysachen an erster Stelle, aber in diesem Fall sind Produkte als Bezahlung einfach unangebracht.

      • Also ich finde es richtig das Lu diese Art der Bezahlung abgelehnt hat. Wenn man bei einer Autofirma arbeitet, hat man ja selber nix davon wenn man für seinen Job am ende des jahres ein Auto bekommt, dass man ja verkaufen kann und das sogar dein Jahreseinkommen decken würde. Davon lassen sich die monatlichen Rechnungen auch nicht bezahlen.
        Es kam schon öfters vor, dass Lu vorgeworfen wurde, dass sie die Produkte nur bewirbt, weil sie die Sachen von den Firmen geschenkt bekommt und sie deswegen "käuflich" in ihrem Urteil wäre. Wie man sieht, ist das nicht der Fall.
        Ich finde es unverschämt, dass ihre Arbeit so unwürdig von den Firmen behandelt wird.
        LG Nicole

    • abgesehen davon soll es aber ja auch ums Prinzip gehen – dass man es den Firmen nicht so leicht macht, sondern sie wirklich ZAHLEN müssen. und nicht mal ganz einfach ein paar Dinge rausschmeißen, die ihnen ohnehin nicht wehtun, weil sie im Übermaß produziert werden.

  • Ich hätte nicht auf den Rest der Bezahlung verzichtet, aus Prinzip.
    Was haben diese Firmen denn nun gelernt?
    Sie können es ja doch machen, und selbst bestimmen, wieviel sie von der Forderung bezahlen.
    Ganz falsches Signal.
    Mahnbescheid beim Amtsgericht, Titel erwirken und zack.

    • Tatsächlich hätte ich es auch gern anders gemacht.
      Praktischerweise verfällt mein Anspruch auf die Zahlungen erst Ende 2016. Es wäre also durchaus noch was machbar. Die Frage ist halt, ob es wirklich funktioniert? Da das die beiden ersten Fälle für mich waren, habe ich natürlich auch entsprechend keine Erfahrung und mich da dann auch nach meinem Anwalt und seiner Erfahrung gerichtet. Man könnte diesen Schritt ja sicher nun auch noch im Nachhinein gehen.

  • "Ich hatte diesen Post wahnsinnig lange in meinen Entwürfen und habe entsprechend immer wieder gezögert, ihn online zu stellen" Ich finde es gut, dass du ihn online gestellt hast. Gut geschrieben, wichtiges Thema.
    Ich blogge übrigens, weil es mir einfach Spaß macht und ich meine Erlebnisse und Meinungen mit anderen teilen möchte.

  • "Leider wurde uns versichert, dass es sich bei dem (Rest-)Betrag nicht lohnen würde, vor Gericht zu gehen (nur zu gern hätte ich es getan!)".

    Dann sind Sie ausgesprochen schlecht beraten. Wenn Sie sich Ihrer Schadensersatzforderung einigermaßen sicher sind, spricht doch überhaupt nichts gegen ein gerichtliches Vorgehen – die Kosten bei Obsiegen trägt der Gegner. Das schlichte Aufgeben rangiert in meinen Augen kaum über dem Eingehen auf ein Produktproben-Angebot.

  • Als ein ziemlich bekannter Blogger hatte ich noch nie ähnliche Probleme. Die Kooperationen sind immer sehr fair und basieren auf klaren Absprachen. Dabei akzeptiert die "Gegenseite" auch, dass man ihr nicht nach dem Mund redet. Dem Bilderklau kann man mit Diensten wie Tineye.com entgegentreten.

  • Ein toller Beitrag und vor allen toll, dass du den Mut hast, so offen darüber zu berichten. Danke dafür!
    Ich hab in meiner noch jungen "Bloggerkarriere" zum Glück noch keine grösseren schlechten Erfahrungen gemacht, ich gehe aber auf den grössten Teil der Anfragen gar nicht erst ein, da ich mir z.B. mein Putzmittel ruhig auch selbst kaufen kann… Ich blogge weil ich freue daran habe, so öfters mal etwas ausprobiere was ich sonst vielleicht nicht tun würde, meine Kreativität ausleben kann und es wahnsinnig Freude macht, danach Feedback zu bekommen und den Lesern etwas Inspiration und Freude zu vermitteln. Kooperationen sind natürlich schön wenn es sich um Unternehmen handelt hinter welchen man 100% stehen kann. Sie sind sollten jedoch NIE der Grund sein um mit dem bloggen anzufangen. Jeden Kleinkram mitmachen möchte ich auf keinen Fall. Ich gebe meinen Blog nicht als billige Werbefläche her.
    Was dir da passiert ist ist ja echt der Gipfel. Recht so dass du dich wehrst! Liebe Grüsse aus Zürich, Valeria

  • wow, das ist ja wirklich unfassbar… und ich bin froh, dass du darüber berichtest! eigentlich hätte ich es aber auch gut gefunden, wenn die Marken genannt werden, dann hätten sie wenigstens mal gesehen, dass das nicht ohne Konsequenzen abläuft. so gab es natürlich auch Konsequenzen, aber ich z.B. würde eine solche Marke dann gleich mit anderen Augen betrachten und vielleicht sogar boykottieren. wobei vermutlich eher ein paar wenige Einzelpersonen schuld sind an solchen Ereignissen, aber trotzdem. ich finde einfach, das gehört bekannt gemacht! damit auch die Bloggerinnen, die sich mit Produkten beschwichtigen lassen, sehen, dass sie im Recht sind und sich nicht so abspeisen lassen dürfen. es gibt leider zu viele Menschen, die sich unter ihrem Wert verkaufen und sich auch gar nicht trauen, was zu sagen.
    ich finde es (sowieso in jedem Zusammenhang) toll, dass du so eine starke und selbstbewusste Frau bist und das Thema auch hier angesprochen hast – genau so sollte es sein!

  • Wow, Danke für deinen Blogpost und es ist wirklich schade, dass gerade durch solche Personen in "Schlüsselpositionen" Blogger, die beruflich bloggen nicht ernst genommen werden.
    Ich finde es gut, dass du dies öffentlich gemacht hast – ich vermute mal, dass viele "kleinere" Blogger (die es tatsächlich als Hobby betreiben) sich mit so einem kleinen Gratisgoodie abspeisen lassen. Bei Fotos kenne ich selbst aber auch keine Gnade ;) und applaudiere dir, dass du die rücksichtslose Mentalität einiger Firmen hier gezeigt hast.

    Ich finde, dieser Post gehört als Kolumne in eine größere Zeitung/Magazin!
    Bloggen mag zwar für viele ein Hobby sein, aber für manche bleibt es eben einfach ein Hobby eben weil sich solche Personen quer stellen und klauen, anstatt ordentlich zu entlohnen.

  • Lu du hast auf jeden Fall richtig und konsequent gehandelt, in beiden Fällen. Ich selbst habe in Sachen Bilderklau oder deren unrechtmäßigen Verwendung null Toleranz und es ist wahrlich erschreckend, dass sich sogar Firmen derart unprofessionell verhalten. Gut, dass du dich nicht weichklopfen hast lassen, bleib auf deiner Linie. :-)

    LG Petra

    LG Petra

  • ein Bild zu veröffentlichen und das Wasserzeichen entfernen ist wohl eher vorsätzlicher Betrug und Fälschung. Du bist vielleicht nicht die einzige bei der sie wasserzeichen entfernen und dann Bilder online stellen. Dass ist dann schon kriminelle Absicht. Und da waren die so geizig. Allerdings ist dein Wasserzeichen unten kaum lesbar, somit können die sich dann vielleicht doch noch rausreden, dass sie das übersehen haben und halt das Bild geschnitten haben, dass es passt. Dann wäre es nicht vorsätzlich sondern fahrlässig. erhöht aber auch die Strafe

    Auch bei einem unsichtbaren digitalem Wasserzeichen, das durch Bildbearbeitung etc verschwindet, können die sich rausreden. Da kann ich nur empfehlen, dass unten sichtbarer zu machen, so dass es jedem auffällt. Kann man zwar dennoch unten abschneiden, aber dann kann sich keiner mehr rausreden, es wäre aus versehen passiert.Aber jetzt ist vermutlich eh alles vorbei und hast vielleicht auch unterschrieben, dass du keine weiteren Forderungen stellst, und Namen nennst.

    Ausserdem kann ein Bild von dir, auf ner Firmen seite ohne dein Logo auch den verdacht erzeugen, dass du nicht ganz freiwillig das Kleid angezogen hast, sondern du als Model für das Kleid und die Firma gearbeitet hast. Wenn dich jemand in dem Shop der Firma erkennt, der denkt sich dann natürlich, wenn das Bild von dir kein Logo hat, dass du von einem Firmenfotografen fotografiert wurdest, 10-15 min das Outfit anhattest und die Firma auch das Recht an dem Bild besitzt. Dass ne bekannte Firma Bilder fälscht, dass nimmt ja normalerweise keiner an. daher ist es schon gut, dass du das erwähnst.

    Und es kann dich auch Leser kosten, und deine Glaubwürdigkeit, wenn man denkt, du arbeitest für die Firma direkt. Denn Models die in den Katalogen zu sehen sind, und dann einen Blog erfolgreich betreiben in dem sie Erfahrungsberichte zu den Outfits schreiben, sind mir noch keine aufgefallen. Ich vermute deshalb, weil man dann eher denkt, "dessen Brot ich ess dessen Lied ich sing"

    Namen willst du ja keine nennen, aber auch das ist erlaubt, wenn es die Wahrheit ist und du diese Wahrheit auch beweisen kannst. Unkonkrete veröffentlichungen hinterlassen halt auch den Eindruck, dass da übertrieben wurde und deswegen keine Namen genannt werden, dass das keiner nachprüfen kann. Aus Bildern wasserzeichen entfernen und dann in einer grösseren Firma als eigene Werke veröffentlichen ist jedenfalls keine Bagatelle und egal ob Hobbymässig oder nicht, dir steht da eine nach den Fototarifen angemessene Entlohnung mit Strafe. Und wenn das einem Bildzeitungs Fotografen passieren wäre(mit deutlich sichtbaren Logo unten), da hätte dann die Bildzeitung wahrscheinlich gleich auf der Titelseite, die Story gebracht(aber vermutlich nur wenn es kein gut zahlender Anzeige Kunde ist).

    Firma XXX fälscht Bild eines Bildzeitungs Fotografen. ;-)

    Und in wiki steht

    "Eine Fälschung beziehungsweise ein Falsifikat ist die bewusste Herstellung eines Objektes oder einer Information zur Täuschung Dritter."

    Und wenn jemand aus einem Bild das Logo entfernt(dass deutlich sichtbar ist), dann ist es ganz klar die Herstellung eines Objektes zur Täuschung dritter. Denn der link auf Urheber wurde entfernt, so dass man nicht mehr sieht wer der Urheber ist.

    Ich hoffe du machst auch postive Erfahrungen mit Firmen, du zeigst auch viel von Firmen die ziemlich teure Kleidung verkaufen. vielleicht sind die ja auch so abgehoben dass die denken, der Blogger sollte froh sein, dass er auch mal ein Kleid für 500 Eur tragen, darf……

    Und in gewisser weise ist es auch nachvollziehbar dass eine Firma die das Outfit zur Verfügung stellt auch Bilder zeigen möchte von ihren Outfits. Aber fragen sollten sie und vorallem nicht das Logo entfernen, so dass zu sehen ist, dass das Bild du selber mit einem Freund oder Bekannten gemacht hast und du nicht als Model für die Firma gearbeitet hast.

  • Liebe Lu,
    erstaunlich (oder vielleicht auch nicht), welch' große Resonanz dein posting auslöste. Trotzdem auch vom mir einen kleinen Kommentar: deine Unabhängigkeit macht den Charme deines blogs aus. Entstünde der Eindruck, dass du käuflich bist, wäre
    das für mich, aber vielleicht auch für weitere Leserinnen nicht mehr interessant.
    Dein blog ist das Ergebnis deiner (immensen) Kreativität und das musst du genau wie ein Künstler verteidigen. Niemand
    ist berechtigt, dein Urheberrecht und dein geistiges Eigentum sich unter den Nagel zu reißen, erst recht nicht für billige kommerzielle Zwecke. Dein Vorgehen gegen solche Verstöße ist richtig und geboten, auch Schadenersatz fordern.. Denke nur an Günter Jauch oder auch Carine Roitfeld, die solche Verstöße gnadenlos verfolgen und damit im Vorfeld bereits signalisieren, dass jeder Verstoß geahndet wird.
    Überleg' dir vielleicht, ob du nicht eine Rechtsschutzversicherung suchst, mit der du solche (Prozess-)risiken abdecken und damit auch dein finanzielles Risiko minimieren kannst.
    Weiterhin viel Erfolg Willi

  • Das ist wirklich interessant, was sich Firmen herausnehmen. Bilderklau ist schon schlimm genug. Vor allem, wenn die Firma es als ihr eigenes ausgibt. Aber dann im Nachhinein noch so ein Verhalten an den Tag zu legen ist unglaublich und geht einfach nicht. Erst hinterher zu fragen, ob man denn das bereits veröffentlichte Bild benutzen darf, halte ich ebenfalls für inakzeptabel und extrem unprofessionell. An solchen Verhalten merkt man, dass die Firmen eben immer davon ausgehen, dass entweder der Kooperationspartner blöde ist, oder sie selber als große Firma einfach am längeren Hebel sitzen.
    Mit meinem winzigen Blog bin ich noch nicht in solche Situationen gekommen. Zumindest, was Kooperationen mit Firmen und Gratisprodukte betrifft. Allerdings hat man auch mir schon Bilder geklaut. Derjenige war so frech und hat mein Foto samt Wasserzeichen mit einem Fake-Profil in eine Kontaktbörse gestellt. Das hat jemand gesehen und meinen Blog besucht, um festzustellen, dass da was nicht stimmen kann. Hätte mir derjenige nicht Bescheid gegeben, hätte ich das niemals erfahren. Jedenfalls wurde dieses Fake-Profil erst nach mehrmaliger Aufforderung und schließlich nach Androhung einer Anzeige bei der Polizei gelöscht. Kranke Welt!
    Warum ich blogge? Weil ich mich gerne mit anderen über verschiedene Dinge austausche. Und ich lese gerne Meinungen anderer Leute zu bestimmten Sachen/Produkten oder Themen. Mein Blog ist wirklich sehr klein, weshalb der Austausch nicht ganz so funktioniert, wie ich es mir wünschen würde. Aber wenn ich dann solche Geschichten wie deine höre oder lese, bin ich manchmal schon froh, dass ich mich mit sowas nicht rumschlagen muss.

  • Es gibt sicher einige Blogger, die sich nur zu gern für ihre Artikel bezahlen lassen, aber nicht jeder ist so. Ich finde es traurig, dass sich einfach an fremden Bildern bedient wird. Die Unternehmen würde nicht zögern und selbst ihren Anwaltsstab auf den Dieb hetzen. Gerade wenn man lang zusammen gearbeitet hat sollte doch ein Mindestmaß an Respekt vorhanden sein! Ich hätte es genauso gemacht wie du!

  • Ich blogge zwar in einem anderen Themenbereich als Du, aber das Prinzip lässt sich ja übertragen. Ich blogge nicht für Produktsamples, sondern weil es der einfachste Weg ist mein Wissen zu teilen und vielleicht mehr Leute zum selberkochen zu bewegen. Ich blogge, weil ich gerne Fotos mache und die Interaktion zwischen den Bloggern liebe. Wer nur bloggt um gratis Sachen zu bekommen, der wird das nie aus voller Leidenschaft machen

  • Unglaublich interessant (und traurig) – danke für den Post! In meiner Firma hatte man sich auch vor einiger Zeit überlegt, mit Bloggern zusammenzuarbeiten und in dem Zuge habe ich eine befreundete Bloggerin (ich selbst schreibe ja nun so wenig, dass ich keine Angebote komme, von denen ich Allgemeines ableiten könnte) gefragt, was in der Branche so an Angeboten von Firmen üblich ist und war über diese Antwort sehr überrascht.
    Ich finde es toll, wenn Firmen wirklich bezahlen für die andere und authentischere Art Werbung, die sie über Blogs erhalten. Oft genug wird einem aber schlicht und ergreifend ein – wie du schriebst – Duschgel angeboten, für das man sich dann in deren Korsett zwängen muss.

    Ich finds toll, dass du auch über diese Seiten berichtest – ich finde es gut, wenn Leute merken, dass bloggen wirklich Arbeit ist. Nicht umsonst komme ich nicht mehr wirklich dazu, seit ich einen Job habe. Es frisst halt unglaublich viel Zeit, die man sich nur nehmen kann, wenn es sich auch irgendwie lohnt.

  • Bei allem Respekt, habe ich das Gefühl, der Ruhm ist dir etwas zu Kopf gestiegen. Wenn man über ein Jahr mit einer Firma zusammen arbeitet, muss es doch die Möglichkeit geben, diese Dinge anders zu regeln. Schließlich hast du doch ebenso profitiert n dieser Zeit oder? Muss man dann gleich zu einem Anwalt rennen, wenn etwas mal nicht so läuft wie abgemacht? Für mich macht es den Eindruck, dass du ziemlich abgehoben und geldgeil geworden bist.

    • Ich bin mit Sicherheit weder abgehoben, noch geldgeil, sondern wollte mit diesen Stories mal die Augen derjenigen öffnen, die vielleicht wirklich keine Ahnung haben, was ihre Arbeit wert ist.
      Selbstverständlich gibt es auch die Möglichkeit, es anders zu regeln, aber in dem Fall würde ich als Blogger mal wieder den Kürzeren ziehen – zumal ich explizit bei dieser "Zusammenarbeit" nicht wirklich "profitiert" habe, sondern kostenlos meine Arbeit verschenkt habe – weil ich es eben gern getan habe. Da dann hergehen, mein Foto zu nehmen, das Wasserzeichen zu entfernen und es als Eigenes (und das war auch wirklich so, auf Facebook fand ich das Bild mit der Nachfrage "Wie findet ihr unsere XY?") auszugeben, ohne jeglichen Credit, ist nicht die feine Art und offensichtlich geht so ein Verhalten immer wieder klar, weil sich keiner ordentlich beschwert, deshalb habe ich mich für die deutliche Variante entschieden.

      Wenn ich auf dich diesen – leider sehr falschen! – Eindruck mache, dann hoffe ich sehr, dass du vielleicht doch nochmal versuchst, es aus einer anderen Perspektive zu sehen, denn wäre ich abgehoben und geldgeil, sähe vor allem dieser Blog ganz anders aus. Mir liegt wirklich sehr viel daran, persönlich zu bleiben, daher findest du hier zum Beispiel auch keine Werbung in jeder Ecke, an der man wohl das Meiste verdienen könnte. Dass du mich als abgehoben empfindest, trifft mich allerdings viel mehr, da ich immer versuche, so authentisch wie möglich rüberzukommen – nicht zuletzt möchte ich auch wieder viel mehr persönlichere Beiträge posten, damit man auch mehr Facetten von mir lesen kann. Dass du aufgrund meiner Outfit-, Make-up- und Reviewposts und vielleicht auch diesem bereits so ein Bild von mir hast, ist schon ein bisschen engstirnig, oder? ;) Ich hoffe sehr, dass du diesen Eindruck in einen positiveren verwandeln kannst, denn so bin ich wirklich nicht. :)

      • Lu, nimm diesen Kommentar von Mary nicht ernst und vor allem. nimm dir sowas nicht zu Herzen… so einen Kommentar muss man ignorieren. wenn sie nach so einem guten, ehrlichen und gerechtfertigten Beitrag wirklich diese Meinung hat, ist sie selbst schuld.

    • Du machst dich lächerlich, Mary. Genau SO sollten Lu's Leser den Blogpost nicht verstehen. Du bist scheinbar genauso respektlos wie die Firmen, mit denen sie sich rumschlägt. Das tut echt weh!

    • noch unzutreffender könnte ein Kommentar ja wohl kaum sein…
      es handelt sich hier nicht um etwas, das 'anders abgelaufen ist, als abgemacht' – es wurde etwas gestohlen, verfälscht und als eigenes ausgegeben und im Nachhinein wurden zur Beschwichtigung auch noch Bestechungsprodukte angeboten. alles mit dem eindeutigen Unterton, man könne sich sowas ja erlauben und Lu sei 'eh nur eine Bloggerin'. wer sich hiergegen wehrt ist weder abgehoben noch geldgeil, sondern einfach nur im Recht.

  • Puuuh, das ist echt heftig was du da erlebt hast! Wenn ich daran denke wieviel Arbeit ich in meine Fotos stecke…wenn die mir dann geklaut würden ich würde verrückt werden. Es ist einfach so unfair, dass Firmen meinen, sie können sich solche Frechheiten erlauben und Blogger dann mit Produkten erpressen….wenns anders herum wäre dann würden die gleich tausende von Euro verlangen als Entschädigung.
    Es ist wirklich traurig, wie wenig Anerkennung deutsche Blogger hier erhalten. In den USA kann man es als Blogger echt weit bringen wenn man gut ist und es ist auch mehr Interesse seitens Lesern da. Auch wenn es ein Hobby ist, es ist ein anspruchsvolles Hobby. Was mir aber hier in Deutschland auffällt ist, dass es soooo viele Blogger gibt, die wirklich einfach nur raffen wollen,bzw nur schlechte Bilder und undurchdachten Inhalt posten. Da wundert es mich nicht, dass die Firmen da weniger mit uns symphatisieren und meinen uns veräppeln zu wollen, weil genügend Blogger nur mit Produkten abzuspeisen sind.
    Zum Glück hatte ich bis heute überwiegend gute Erfahrungen mit Firmen und habe dadurch super liebe Mädels kennen gelernt. Irgendwie bin ich gerade nachdem ich das hier gelesen habe froh, nur ein kleines Licht zu sein, für Firmen quasi uninteressant was so Bilderklau angeht.
    Ich finde du hast absolut richtig gehandelt, man sollte sich nicht alles gefallen lassen, denn so ein Blog ist nicht nur viel Arbeit, man steckt so viel von sich selber rein und sein Herzblut steckt drin, da will man natürlich auch respektiert werden!
    Ich wünsche dir, dass dir in Zukunft solche Frechheiten erspart bleiben und du wieder Spass am bloggen findest.

  • Oh mann.. das macht einen echt sprachlos. Es tut mir leid, dass du dich mit so etwas rumschlagen musstest – ich hoffe nur, andere (vielleicht etwas weniger selbstbewusstere Blogger als du) können sich an deiner Standhaftigkeit und deinem erwachsenen Handeln ein Beispiel nehmen. Hoffentlich passiert das nicht mehr und "hinterlässt Spuren" – in dem Sinne, als dass solche Firmen nicht mehr auf die Naivität und Seichtigkeit (gibt es das Wort?) von Menschen bauen.
    Und, obwohl ich eh schon eine ganze Menge von dir halte und dich für einen absolut bewundernswerten Mensch halte, das steigert dein Ansehen bei mir nochmal :)

    Alles, alles Liebe!

  • Ach… hab ich gar nicht geantwortet, warum ich blogge… Ich blogge, weil ich am Anfang viel Wissen und Eindrücke angehäuft hatte über das Nischenthema "helle Haut & Makeup"… und weil mir Schreiben gefehlt hat. Ich habe immer so gern geschrieben… und liebe Ästhetisches… und es war so schön, sich inhaltlich mit etwas völlig anderem zu beschäftigen als beruflich. – Außerdem werden Interessen von mir wieder aktiviert (Kunst, Fotografie, Computer, Schreiben), die einfach lange brach lagen. Mir tut Bloggen gut, macht mir Freude und wenn ich sehe, dass meine Artikel gefallen, dass etwas zurückkommt ist es, als hätte ich gut für Freunde gekocht und alle sitzen glücklich am Tisch.

  • Hallo Lu – Danke Dir für diesen ausführlichen und auch augenöffnenden Artikel. – Ich weiß noch gut, wie es am Anfang des Bloggens war und ich habe nie angefangen, um überhaupt PR Samples zu erhalten (ganz naiv wusste ich nicht einmal, dass es das gibt. Ich hatte mich nie recht damit auseinander gesetzt) und erst im Verlauf kam ich mit all dem langsam in Berührung. Hätte es nicht 1-2 BLoggerinnen gegeben, die mir ein wenig Hilfe gegeben haben…. ich hätte vieles nie gewusst… Woher auch? Der Austausch ist leider für viele etwas sehr ambivalentes: zwar gibt es Wünsche nach geschlossenem Auftreten (die ich absolut sinnvoll finde! Bsp für Absprachen, Preise, No-Follow/DoFollow Angelegenheiten, etc.), aber wenig Raum zu informieren, bzw. wo viele Menschen, da wahrscheinlich auch viel Uneinigkeit

    Mit Blogartikeln wie diesen hilfst Du sehr. Und ich hätte so einen Artikel so gern schon vor 2 Jahren gelesen. Zeroutine hatte hier (http://www.zeroutine.de/2012/11/wie-viel-ist-ein-blogger-wert.html) mal etwas ähnliches geschrieben. Und ich erlebe es auch in meinem "normalen" Beruf… solange es Menschen gibt, die unter schlechten Bedingungen arbeiten, verliert die Qualität des gesamten Genres auf lange Sicht. – Ich weiß Immer noch vieles nicht. Aber ich lerne. – Und ich finde es auch langsam richtig, dass bei der Liebe und Zeit, die viele von uns in die Blogs stecken (und die man Deinem Blog auch deutlich ansieht) es eben nicht nur ein Hobby ist… vor allem, wenn ich bedenke, dass man sogar ein Gewerbe anmelden muss… Darüber muss ich ja heute noch lachen… *seufzt* und ich bin sicher das Finanzamt auch, wenn ich Ihnen meine bisherigen "Gewinne" zeige. Selbst ein privates Bild darf niemand ungefragt verwenden… und auch wenn wir hier öffentlich schreiben: es ist als brächten wir eine Zeitschrift heraus. Man klaut nicht aus einer Zeitschrift. Basta. Der Einfluss, den Blogs inzwischen auf Trends, Kaufentscheidungen und sogar auch Entwicklung hat, sollte nicht unterschätzt werden. – Ich will mir etwas kaufen? Ich lese auf 5-10 Blogs nach und forme mir eine Meinung daraus. Das ist viel. Das ist mehr als jede nette Werbeanzeige in einer Frauenzeitschrift von sich sagen kann, die nur kurz angesehen wird und nur auf einer binären Skala von Interessant – Uninteressant beurteilt wird.

    Ich finde RICHTIG, dass Du Dich gewehrt hast. Nicht, weil ich wettern will oder aufgebracht bin, sondern weil gute Arbeit Respekt verdient und der Mensch an sich unabhängig davon und weil ich auch nicht wollen würde, dass meine Zeichnungen (wären sie im Netz) einfach für etwas verwendet würden, auf das ich keinen Einfluss habe. Und Zeichnen … ist "auch" ein Hobby…

    Alles Liebe

    • Das man für einen Blog ein Gewerbe anmelden muss, wusse ich zB auch nicht, obwohl ich auch schon lange Blogs lese und auch mit viel Interesse die "Hinter den Kulissen" Artikel verfolge. Das rückt das ganze doch wieder in ein völlig anderes Licht.

  • Wow.! A lso, dass andere Blogger etc Bilder klauen, kenne ich ja bereits…. Aber Firmen, die doch eigentlich wissen sollten, wie sich die Rechtslage verhält…. aber wie du schon sagtest, vermutlich halten die uns wirklich für blöd und denken, wir seien nur auf Produkte aus. NEIN! Hinter jedem einzelnen Post steckt eine Menge Arbeit! Ja, ich sage Arbeit, denn so ist es doch!? Man macht sich Gedanken, was man schreiben möchte, setzt die Produkte und Looks je nach Talent und Equipment gekonnt in Szene, sondiert und bearbeitet die Bilder, schreibt letztendlich den Text, macht sich noch die Gedanken, wie man am besten formuliert, dass keinem auf den Schlips getreten wird…. und die krallen es einfach an sich.
    Mein Blutdruck ist echt ordentlich in die Höhe geschossen, je länger ich deinen Beitrag las. Bei diesem Verhalten von Profis platzt einem echt die Hutschnur.
    Ich finds gut, dass du dich gewehrt hast, denn das machen vermutlich viel zu wenige.

    Liebe Grüße
    Sarah

  • Liebe Lu, leider hast du vollkommen recht. Mein Mann arbeitet in der PR-Branche und ich merke immer wieder, was für eine Stimmung gegenüber Bloggern er aus dem Büro mitbringt. Abgreifermentalität und produktgeil sind da Begriffe, die in seiner Agentur nicht selten fallen. Natürlich beeinflusst ihn dieses Gerede regelmäßig und ich darf ihn dann immer wieder den Kopf zurecht rücken, obwohl er mich voll in meiner Bloggertätigkeit unterstützt und einige sehr nette Bloggerkontakte für Kooperationen pflegt. Ich verstehe schon, dass die Firmen viele sehr plumpe Anfragen bekommen und die berüchtigten "Testblogs" stark das Image der Bloggerkommunity prägen, aber schlussendlich finde ich es doch schockierend wie naiv und herablassend der Umgang mit Bloggern ist.
    Ich finde es gut und richtig, dass du diesen Beitrag verfasst hast und damit uns anderen unseren Wert vor Augen führst. Man vergisst wirklich schnell, bei all den netten Mails, dass man immer noch in einer professionellen Geschäftsbeziehung ist. Und gerade unsere Vernetzung und der Zusammenhalt machen uns als Zielgruppe und Kooperationspartner so interessant. Also sollten wir uns dieser Stärke und des Wertes jederzeit bewusst bleiben.
    Liebe Grüße,
    Mareike

  • Super geschrieben und unfassbar, was mit Bloggern getrieben wird!

    Und hey, am 1. Dezember frage ich mal meinen Vermieter, ob er anstatt der Miete ein paar Gratisprodukte haben möchte…! ^^

    Warum ich blogge? Weil ich das Schreiben und den Austausch mit Gleichgesinnten liebe!

  • Toller Beitrag, vielen Dank dafür. Auch dass du allen anderen Bloggern Mut machst, sich gegen solche Aktionen zu wehren. Ich blogge selber seit über 2 Jahren uns bisher ist mir zum Glück noch nichts dergleichen passiert. Trotzdem bekomme ich es immer wieder bei anderen mit und frage mich, wie ich reagieren würde. Auch habe ich "Angst", dass ich irgendwann mal eine Art Fakeprofil mit meinen Bildern entdecke. Gibt es ja auch häufig. Und da weiß man ja nie, wer dahinter steckt! Ich finde es jedenfalls sehr gut, dass du alles über deinen Anwalt hast laufen lassen. Es gibt sicherlich genug Blogger, die sich mit gratis Samples "trösten" lassen. Echt traurig!

    Warum blogge ich?
    Weil ich mit meinem Job nicht ganz zufrieden bin und beruflich eigentlich immer das machen "musste", was ich eigentlich gar nicht tun will oder wollte. Ich gehe eben arbeiten, um Geld zu verdienen. Spaß macht mir mein Job nicht. Aber trotzdem ziehe ich kein Gesicht deswegen, sondern versuche das Beste daraus zu machen. Und ich hoffe, dass ich doch irgendwann mal die Chance bekomme, das zu tun was mir gefällt.
    Und da kommt der Blog ins Spiel, mein perfekter Ausgleich. Eine Sache, die mich wirklich interessiert. Und auch wenn der Blog nur langsam wächst (Leser), so freue ich mich über jeden Beitrag den ich online stelle. Klar ist es ein Hobby, aber ganz sicher auch eine Leidenschaft geworden mit der Zeit. Ich liebe den Austausch mit anderen über Beauty, Fashion usw. Mir geht es auch überhaupt nicht um Gratis Produkte. Davon mal abgesehen, hab ich auch noch nicht wirklich viel bekommen in der ganzen Zeit :) Ich "bettle" auch nicht bei Firmen um eine Kooperation, obwohl das ja viele Blogger tun. Ich weiß aber nicht, ob das zu dreist ist :P Ich bin, was das angeht ein wenig unsicher muss ich zugeben:)
    Es gibt ja viele Blogger, die geradezu überschüttet werden mit Samples und tollen Produkten. Da frag ich mich manchmal schon, wie das sein kann? Jeden Tag ein Paket irgendeiner Firma?
    Na ja, soll mich nichts angehen. Ich weiß nur: Ich bin auf sowas nicht aus. Ich blogge, weil es mir einfach Spaß macht und ich gespannt bin wohin mich die ganze Sache führt. Immerhin darf ich im Januar zu einem Event, mein insgesamt zweites und das ist für mich so eine Art "Schulterklopfen" für die ganze Arbeit, die in meinem Blog steckt:)

  • Hallo Lu,

    das hast Du super geschrieben. Ich finde das sehr gut dass Du Dich nicht verar… lässt und Dir einen Anwalt genommen hast.

    Ich finde, jeder Blog sollte ernst genommen werden. Egal ob es ein hingeschlurter Blog mit Handybildern oder so ein professioneller Blog wie Deiner ist.

    Ich blogge nun schon bald vier Jahre und bin mit und an meinem Blog gewachsen. Anfangs hat es mich gefreut wenn ich mal ein Testprodukt umsonst bekommen habe. Da war schon ein wenig dieses "oh geil, umsonst bekommen!". Völlig doof denn recht schnell habe ich mich gefragt, ob ich das noch bin die da schreibt oder eine olle Firma die umsonst Werbung haben möchte.

    Je älter mein Blog geworden ist umso reifer bin auch ich geworden. Ich freue mich immer noch wenn ich Produkte von einer Firma bekomme die ich mag. Die stelle ich dann gerne vor. Ich lehne alles ab worauf ich keine Lust habe (schnöder Schmuck, billige Unterwäsche, Busreisen, Autositzbezüge, Buntstifte – nur mal ein paar Beispiele für Angebote die ich in den letzten Monaten bekommen habe ;-)).

    Anfangs kam ich mir komisch vor wenn ich Geld für einen bestimmten Artikel verlangt habe. Viele Firmen sind dann abgesprungen, aber viele bleiben und mit denen ist ein professioneller Umgang an der Tagesordnung.

    Mein Hobby ist irgenwie eine Berufung. Ich liebe was ich mache und wünsche mir dass ich in der Zukunft meinen Blog noch besser, noch professioneller und noch anspruchsvoller gestalten kann.

    Dir noch einen schönen Abend! ;-)

  • Oh wei… ich hatte es sowieso nie vor – aber jetzt weiss ich ganz ganz sicher, dass ich mich nie auf einen Deal mit irgendwelchen Firmen einlassen werde… ich bin Mama, Vollzeit berufstätig, habe Haus und Garten und betreibe meinen Blog aus reinem Spass an der Kommunikation mit Euch lieben Mädels, denn Ihr seid eine absolute Inspirationsquelle, ob es um Wohnen, Mode oder Kreatives geht… ich liebe schöne Fotografien und kann Abends nach Feierabend so wunderbar entspannen – beim Lesen meiner Lieblingsblogs sowie auch beim Basteln am eigenen Blog…AUS DIESEN GRÜNDEN BLOGGE ICH…aus purer Freude daran, so wie andere Angeln gehen oder Scrapbooken…. und so soll es für mich auch bleiben… stressfrei. Danke für diesen aufschlussreichen Artikel Lu, so konnte man mal ein bisschen hinter die Kulissen schauen. Liebe Grüße, Lony

  • Wow, was du hier schreibst, schockiert mich wirklich ziemlich..
    Mit was für einer Dreißtigkeit manche Firmen an die Sache gehen, lässt mich heftigst mit dem Kopf schütteln!
    Wahnsinn, das sie deinem Anwalt sagten, er solle dir doch noch einmal die Idee mit den Produkten schmackhaft machen..
    Sag mal, geht's noch?
    Überhaupt auf die Idee zu kommen, den Schaden in Produkten bezahlen zu wollen..
    Unfassbar, was die Leute denken, was die eigene Arbeit einem selber Wert ist.
    Ich kann dir nur in allem zustimmen, was du hier schreibst.
    Es mag Blogautoren geben, die ihre Blogs halbherzig führen, zwei Sätze schreiben, ein schlechtes Foto dazu posten und das dann Review nennen, doch genauso gibt es ja wiederum auch diejenigen, die wirklich viel Zeit investieren, die Dinge schön und ansprechend abzulichten, sich mit dem Produkt intensiv beschäftigen, um dann eine aussagekräftige Meinung dazu abzugeben, nach der sich viele richten und die eben günstige Werbung ist.
    Die Firmen(z.B. die zwei in deinem Falle), die der Meinung sind, sie sind die Samarieter hoch zehn, weil sie Produkte springen lassen, sollten lieber froh sein, das es Mädels gibt, die diese günstig vorstellen, denn auch schlecht gemachte Werbung, ist ja immernoch Werbung.
    Die Autorin in so einem Falle so respektlos zu behandeln finde ich wirklich unglaublich und es wirklich traurig, das es ausgenutzt wird, das viele gar nicht wissen, was die Werbung wirklich Wert ist, die sie dort verbreiten.
    Das mit den Fotos wird ja immer häufiger zum Problem, jedenfalls höre ich davon immer öfter und wie du es schon sagst, ein Blog ist kein Grabbelfundus, wenn ich mal ein schönes Produktfoto brauche.
    In diesen Fotos steckt oft so viel Arbeit, die von der Idee, das Produkt gestaltersich darzustellen, bis hin zum richtigen ablichten führt. Anschließend noch die Auswahl der besten Fotos, das bearbeiten etc.
    Allein das diese Meinung mancher Firmen, uns bloggern gegenüber besteht, macht mich wirklich sauer und ich hoffe deinen Post werden so viele wie möglich lesen und einmal intensiv darüber nachdenken, mit was sie sich zufrieden geben und was ihnen ihr Aufwand selbst wert ist.

    Um noch auf deine Frage am Ende einzugehen, um meinen Roman noch abzuschließen x).
    Ich persönlich Blogge, jetzt mal auf gesponsorte Produkte bezogen, meine ausführliche Meinung gerne, um damit anderen vllt. eine Kaufentscheidung abzunehmen und/ oder sie vor flops zu bewahren.
    Ich freue mich einfach darüber, das diese Investition wertgeschätzt wird und einigen bei ihren Kaufentscheidungen hilft und so investiere ich auch gerne viel Zeit, um ansprechende, qualitativ hochwertigere Fotos zu schießen, Looks mit den Produkten zu kreiren und mir das mögliche aus einem Produkt rauszuholen.
    Unter anderem auch, weil es mir einfach Spaß bereitet.
    In erster Linie kann ich in dem Prozess des ausprobierens, für mich selber erst einmal schauen, wie ich die Produkte gut einsetzen kann und welche Looks mir für mich, damit möglich sind.
    Nebenbei ist es dann schön, wenn man diese postet und damit anderen Inspiration für Looks mit den Produkten bieten kann, die sie evtl. toll finden, aber nicht so recht wissen, wie sie sie einsetzen sollen.
    Es freut mich immer, wenn ich auch in diesem Aspekt jemandem helfen kann, mit meinen Reviews.
    Demnach teste ich sie also nicht nur für mich, sondern hauptsächlich auch für meine Leserschaft, sonst könnte ich mir den Post ja auch sparen x).
    Mir ist durchaus bewusst, das auch ich damit günstige Werbung liefere, das aber unter dem Aspekt, einer guten und netten Zusammenarbeit(die dann hoffentlich auch so bleibt).
    Denn da denke ich, ist auch einfach der springende Punkt. Ist der Kontakt zwischen Firma und Blogautor gut, macht man es gern und da ist das 'Werbung unter'm Wert zu verkaufen' auch eher nebensächlich.
    Sollte es allerdings dennoch irgendwann zu so einer Situation wie die deiner kommen, ist es dann natürlich umso ärgerlicher, das man viel für die Firma getan hat und auch nach einer lange Kooperation, soetwas passieren kann.
    Um darauf dann abschließend noch einmal zurück zu kommen, drücke ich dir die Daumen, das dir soetwas nicht noch einmal passiert, denn das Bloggen sollte einem ja schließlich Spaß bereiten und nicht so einen privaten Ärger erbringen :(..

    Liebe Grüße,
    Jenny

  • Toller Beitrag Lu!
    Ich kenne das ganze Gezetere schon aus der Welt als Grafikerin. Da wollen Firmen kostenlose Entwürfe, zahlen anders als vereinbart oder lassen deine Layouts woanders umsetzten. Bin gespannt wie das in der Blog-Welt so läuft. Stehe ja noch ziemlich am Anfang und kenne die meisten Situationen noch gar nicht.
    Eins ist aber klar. Egal was mir angeboten wird, ich werde immer ehrlich kommunizieren wenn mir etwas nicht gefällt und das auch gerne laut sagen! Jawohl :-)

  • Bloggen ist für mich tatsächlich ein Hobby, weil ich es zum Spaß mache aber das ist doch kein Grund Bilder zu klauen. Vielleicht hat Da Vinci früher auch nur zum Spaß gemalt und trotzdem hat niemand seine Signatur entfernt und hinterher behauptet es wäre sein Bild.
    Ob ein Blog ein Hobby oder tatsächlich ein Beruf ist, macht keinen Unterschied für mich und Bilder zu klauen ist IMMER ein absolutes NO-Go.
    Aber im Internet ist das ganze halt leider viel einfacher als im wahren Leben, denn dort sind die Hemmungen vor 'Diebstahl' meiner Meinung nach noch etwas größer als im (meist anonymen) Internet.

  • Hi Lu! Der Post ist genial und spiegelt perfekt die Realität der deutschen (Online) Blogger Szene wider! Ich finde Deine kritischen Worte durchaus angebracht und finde es toll, dass Du das mal angesprochen hast. Oftmals hat man wirklich das Gefühl, dass man von Firmen (gerne) als dumm verkauft wird. Vielleicht kannst Du ja damit was bewirken und DAS nachhaltig, damit der Einsatz, den man für seine Webseite aufbringt, auch mal ansatzweise gewürdigt wird. Schade, dass es bei uns nicht so easy wie in Übersee ist.

    Trotzdem lässt man sich dadurch natürlich nicht entmutigen! Ein großes Lob für diesen super Post :-)

    Liebe Grüße
    Franziska

  • Sehr interessanter Blogpost – ich finde es gut, dass du mal die Schattenseiten ansprichst, die es hat eine bekannte Bloggerin zu sein. Mich trifft das jetzt nicht wirklich, da ich einfach nicht in deiner Position bin, aber wenn ich mir so vorstelle,dass jemand meine Fotos ohne zu fragen benutzt und das dann abtut als Nichtigkeit, dann kann ich mir schon vorstellen wie sich das anfühlt.
    Eine Frage hätte ich allerdings zu dem ganzen: Hast du dir auf Grund dieses erst genannten Vorfalls einen Anwalt geholt oder was war letztlich ausschlaggebend und ist das alles durch eine Rechtschutzversicherung gegeben oder hast du dir speziell einen Anwalt gesucht der spezialisiert ist auf Sachverhalte, die Internet udn Urheberrecht angehen. Würde mich sehr interessieren.

    liebe Grüße~

  • Respekt vor deinem professionellen Umgang mit diesen Urheberrechtsverletzungen! Die geschilderten Fälle finde ich wirklich schockierend; mich wundert nicht, dass sich Firmen von deiner Arbeit profitieren möchten, aber das geht selbstverständlich gar nicht! Ich finde es auch wichtig, dass du den nötigen Respekt einforderst, sonst wird sich an der Einstellung der Firmen nichts ändern. Ich befürchte allerdings, dass sich viele Blogger leicht abspeisen lassen und wir so auch in den nächsten Jahren noch von Vorkämpfern wie dir abhängig sein werden, damit sich die Lage verbessert.

    Ich persönlich blogge übrigens, weil ich in meinem (ansonsten tollen!) Freundeskreis mit meinen Tussiinteressen Mode und Beauty recht einsam bin und so die Möglichkeit habe, mich mit anderen Aficionados auszutauschen. Nebenbei habe ich Fotografie als ein spaßiges Hobby entdeckt. Materiell habe ich bisher noch nicht wirklich von meinem (winzigen) Blog profitiert und kann damit auch weiterhin gut leben, schließlich ist das nicht meine Motivation.

  • Oh Gott, das ist echt schlimm! Beim 2. Fall dachte ich "wtf?!" Als ob Dein Anwalt statt Geld mit ein paar Gratisproben zufrieden wäre für seine erbrachte Leistung? :D sorry, das finde ich schon lustig… wie kommen die Firmen drauf?!

  • Liebe Lu, ein wirklich toller Artikel!
    Ich finde Ihn nicht nur deshalb so toll weil du deine persönlichen (und im Übrigen echt ungeheuerlichen!) Erfahrungen mit Firmen mit uns teilst sondern auch weil endlich mal ausgesprochen wird, was viele Blogger denken.
    Man wird gerade hier in Deutschland nicht ernst genommen. Dass hinter jedem einzelnen Beitrag nicht nur eine Menge Arbeit steckt sondern eben auch viel Herz und deutlich mehr als nur ein Hobby – das sehen viele nicht und können es auch nicht nachvollziehen.
    Gleichzeitig gibt es dann natürlich noch so Firmen wie die, von denen du gerade berichtet hast.
    Ich könnte wirklich regelmäßig im hohen Bogen k*****, wenn ich mitbekomme was einige Firmen sich raus nehmen und vor allem was sie glauben wer wir sind.
    Dumme, kleine Mädchen oder Hausfrauen die ALLES tun, um Gratis Produkte zu bekommen weil sie gerade einfach nichts Besseres zu tun haben.
    Sicherlich gibt es von denen auch viele aber solche Blogs erkennt man doch ohnehin auf den ersten Blick.
    Ich hab jedenfalls auch schon einige schlechte Erfahrungen mit Firmen gemacht.
    Geklaut wurde mir von Firmen zwar noch nichts aber dafür gab es endlos viele wirklich absolut zweifelhafte Angebote, die ganz genau die weitläufige Meinung über Blogger widerspiegeln.

    Für mich persönlich besonders toll ist übrigens die Tatsache, dass du hier ganz offen schreibst, dass du gegen all diesen Kram vorgehst.
    Ich werde gerne dafür belächelt wenn ich schreibe oder erzähle, dass ich gegen Content-Klau jeglicher Art und egal von wem mittlerweile nur noch mit anwaltlicher Hilfe vorgehe. Da heißt es dann so was wie "Ja aber wenn du deine Bilder doch öffentlich im Internet hast" oder "So viel Aufwand für ein geklautes Bild?" "Die wissen doch gar nicht was sie da tun, lass es doch auf sich beruhen!" bla blubb.
    Ja! So viel Aufwand!
    Immerhin steckt MEINE Arbeit da drin und mittlerweile sollte wirklich jeder wissen, dass man nicht einfach durch die Gegend surft und sich die passenden Sachen bei anderen zusammen sucht und als sein Eigentum ausgibt.

    Ich gehöre als Produkttestbloggerin übrigens zu den besonders verrufenen Bloggern.Wohl auch weil es gerade hier etliche schwarze Schafe gibt, die tatsächlich nur bloggen um, wie du schon sagst, ne Packung Tampons zu bekommen oder eben das xte Vollwaschmittel.
    Gerade hier gibt es so viele seltsame Blogs, da ist das Bild das die Firmen in diesem Bereich von Bloggern haben fast schon wieder verständlich und ich schäme mich echt fast täglich fremd, wenn ich mir die Werke von "Kolleginnen" ansehe.
    Aber das ist wieder ein anderes Thema ;-)

    Danke für den tollen Beitrag!

  • Hi Lu! Der Post ist genial und spiegelt perfekt die Realität der deutschen (Online) Blogger Szene wider! Ich finde Deine kritischen Worte durchaus angebracht und finde es toll, dass Du das Thema mal angesprochen hast. Oftmals hat man wirklich das Gefühl, dass man von Firmen (gerne) als dumm verkauft wird. Vielleicht kannst Du ja damit was bewirken und DAS nachhaltig, damit der Einsatz, den man für seine Webseite aufbringt, auch mal ansatzweise gewürdigt wird. Schade, dass es bei uns nicht so easy wie in Übersee ist.

    Trotzdem lässt man sich dadurch natürlich nicht entmutigen! Ein großes Lob für diesen super Post :-)

    Liebe Grüße
    Franziska

  • Ich sehe das genauso wie Du in deinem Post.
    Allerdings denke ich, dass da draußen einige Mädels in der Bloggerwelt unterwegs sind, die
    aufgrund dieser ganzen Produktproben usw. überhaupt bloggen. Denn man sieht sehr häufig
    das nur gepostet wird, wenn wieder ein Produkt oder Marke präsentiert werden soll.
    Käufliche Menschen gibt es nun mal, leider lässt sich das vermutlich nicht differenzieren!

  • Interessantes Thema… Wenn du dich einmal in der Blogging Welt umschaust, gerade unter den Deutschen Plus Size Bloggern dann siehst du wie viele sich unter dem Wert verkaufen. zBsp. Irgend ein Unternehmen ruft zu einem Wettbewerb auf bei welchem alle irgend welche Outfit Collagen erstellen sollen (wobei ein paar 100 Euro gewinnen können). Und alle machen mit. Logisch, dass sich die Firma über gratis Werbung freut, aber eigentlich stehen sich die Blogger damit selber im Weg und schaden den Blogging Ruf.

  • Ohje, Bilderklau ist wirklich ärgerlich! Aber warum im 4. stelligen Bereich? Ein Foto ist doch niemals so teuer? Ist jetzt nicht auf deine Bilder bezogen, die ja wirklich hohe Qualität an den Tag legen, sondern an die Blogger, die gerne mal mit dem Handy was abfotografieren. Für so ein Handybild dann zum Anwalt zu rennen & etwas im 4 stelligen Bereich zu erwarten, scheint mir surreal.
    Grüsse ♥

    • Der Betrag war dreistellig, aber bald vierstellig. Neben den normalen Kosten für das Bild, das erstattet werden muss, kommt hier noch der Betrag der Urheberrechtsverletzung hinzu und die Anwaltskosten. Der Gesamtbetrag ist also entsprechend hoch. Es geht am Ende auch nicht darum, welche Qualität das Bild hat, sondern dass es ungefragt als Eigenes verwendet wurde. Da ist es egal, welche Qualität das Bild hat (und selbst wenn es nur ein Handyfoto ist – offensichtlich ist es ja gut genug, um es zu benutzen!).

  • Ich hab den Post wie gebannt gelesen. Du triffst es einfach auf den Punkt – leider! Mir ist auch schon oft aufgefallen, dass Blogger als billige Werbeplattform ausgenutzt werden. Ich pass da auch immer auf. Aber was du erlebt hast, ist ja mal die absolute Frechheit! Find ich super, dass du rechtliche Schritte eingeleitet hast. Das sollten viel mehr machen, dann würden sich einige echt überlegen, wie sie mit uns umgehen.

  • Oh man – schwere Kost.
    Ich finde es erstmal super, dass du die Fälle für uns noch mal etwas geordneter und tranparenter darstellst. Ich glaube, dass es Probleme gab haben viele deiner Leser mitbekommen – inwieweit das weiter ging leider weniger.

    Ich blogge ja auch und ich finde auch, dass man nicht jeden Tünneff annehmen sollte (Tamponbeispiel :D) nur weil es gratis ist.
    Man sollte sondieren, was man wirklich mag und vielleicht sehr gerne testen würde und was wirklich zum einmaligen Swatch reichen würde und danach in der Versenkung verschwinden würde.
    Solche Angebote lehne ich dann auch ab – es macht mir dann ja selbst keinen Spaß.

    Was für mich aber wirklich problematisch ist, ist die Kommunikation mit Firmen (damit meine ich nicht, dass ich mich über salopp geschriebene Mails ärgere). Ich habe nur wenige Leser und bekomme dennoch Gratisprodukte angeboten – ich schreibe sehr gerne lange Posts und bemühe mich um gute Bilder. Das nimmt Zeit in Anspruch, die ich gern investiere – dennoch denke ich, dass es durchaus fair wäre wenigstens einen kleinen Betrag zusätzlich zu dem Gratisprodukt zu bekommen. Aber ein bisschen spielt immer der Gedanke mit, dass man das nicht verlangen könnte mit der Anzahl an Lesern, dass man Ausgelacht wird für solche Forderungen und das man insgesamt nicht ernst genommen wird.

    Für mich ein serh schwieriges Thema, aber danke nochmal, dass du hier so viel Mut machst und so deutliche Worte findest.

    Liebe Grüße
    JuJu

    • Mir geht es genauso wie dir. Ich habe auch noch nicht sooo viele Leser, sehe aber nicht ein, gratis Werbung für Unternehmen zu machen bzw. Testprodukte als Bezahlung anzunehmen.

      Lu, ich fände es toll, wenn du uns Bloggern einmal Hintergründe erzählen magst – kann aber auch verstehen, wenn du sie hier nicht preisgeben magst. Wie viel Geld kann ich für ein Advertorial nehmen? Schreibst du auch Posts über Firmen, ohne dafür Geld zu nehmen? Ich weiß oft nicht, wie ich mich verhalten soll.

      Danke für den tollen Post!!

      • 90% der Beiträge hier auf dem Blog sind unbezahlt. Was genau du für ein Advertorial nehmen kannst, hängt natürlich ganz von dem ab, was du bietest (dazu gehören zB die monatlichen Unique Visits etc.) und am Schluss eben auch, was dir deine Arbeit wert ist. Eine pauschale Antwort kann man da nicht geben.
        Bezahlte Posts sind immer gekennzeichnet (muss ja!), da kannst du sehen, was bei mir unter die Kategorie fällt. ;)

  • Hey!
    Aus verwunderung habe ich deinen Post angeklickt, und war dann froh dass es nicht um das Thema ging was ich gedacht hatte.
    Aber das was du da schreibst ist echt zum aus der Haut fahren. Ich meine so was ist aller unterste Schublade. Aber Hut ab dass du dich nicht einfach unterkriegen lässt, und denkst dass du gegen die eh gar keine Chance hast! Zu sowas braucht man schon Mut!
    Aber das was die Firmen da veranstaltet haben ist…. unbeschrieblich! Die denken allen Ernstes dass wir Blogger uns mit ein paar Produkten abspeisen lassen, und dass wir uns nie trauen würden uns gegen sie zu wehren! Eigentlich hast du damit uns allen Bloggern Respekt und Ansehen verschafft. Danke!
    Ich habe zwar noch einen relativ kleinen jungen Blog und hab somit auch noch keinen Kontakt zu Firmen, aber ich kann mir vorstellen dass man sich ziemlich hintergangen fühlt.
    Zu deiner Frage:
    Also ich habe das Bloggen angefangen weil ich mein Hobby (das sammeln von Nagellack, und Beauty Allgemein) mit jemandem Teilen wollte und um der Welt meine Meinung mit zuteilen. Vorallem finde ich es toll dass man weiß das Leute deine posts und somit deine Meinung lesen und somit registrieren.
    Ich denke dass PR Samples ein netter Nebeneffenkt dabei ist. aber jemand der nur deswegen bloggt hat glaube ich die falschen Vorstellungen davon.
    Puh, das musste jetzt raus. Danke dass du uns nochmal auf die Gefahren aufmerksam gemacht hast.
    LG Steffi aus der Lack Lounge

  • Hallo,

    ich finde, du hast ziemlich richtig reagiert und würde deine Meinung dazu genau so wie du sie hier ausdrückst unterschreiben. Es ist eine Unverschämtheit/Frechheit, wie teilweise mit dem ganz schlichten Urheberrecht umgegangen wird. Gerade im Internet wird es so einfach gemacht, mal eben Bilder etc. woanders mit Rechtsklick zu speichern und die meisten sind sich nicht einmal dessen bewusst, dass es eigentlich eine Straftat ist, diese dann ohne Erlaubnis des Urhebers zB online zu stellen (auch mit Namensnennung!). Sind ja nur Fotos.
    (Das Problem betrifft ja nicht einmal 'nur' Blogger, sondern letzten Endes alle, die eigene Werke, in welcher Form auch immer, u.a. online stellen.)
    Dazu kommt dann das Nicht-ernst-genommen-werden… Ich kann mir dank eigener Erfahrungen gut vorstellen, wie die von dir beschrieben Fälle so im Einzelnen abgelaufen sind. Erst vor einigen Wochen fand eine Bekannte von mir Bilder, die sie gemacht hatte, auf einer ausländischen Stock-Page wieder – dort zum Verkauf angeboten. Bisher kam wohl keine Reaktion vom Betreiber der Page auf mehrere Kontaktaufnahmeversuche zwecks Klärung der Sache.
    Am ärgerlichsten finde ich eigentlich, dass man, wie schon erwähnt, nicht ernst genommen wird, die Dinge keinen Wert haben, weil man ja kein Starfotograf oder -Model oder -Autor oder wasauchimmer ist, sondern es hobbymäßig macht, aber wenn es dann in den Kram passt sind die Sachen gut genug. Aber bloß kein Geld für Kunst (und ja, ich zähle auch zB Bloggen in diesem Fall als Kunstform) zahlen!
    Ich frage mich nur, wie man sich auf Dauer dagegen wehren, bzw. etwas ändern könnte…

    Liebe Grüße,
    Sinny

  • Bei Fall Nr. 2 und dem tollen "Angebot", Schadensersatz und Anwaltskosten in Form von Produktproben zu begleichen, wären mir gerade fast die Tränen gekommen. Unglaublich, wie kommt man auf die Idee… Zeigt aber in der Tat, welche Meinung einige Firmen von Bloggern haben. Einfach mal Gratis-Produkte anbieten und dann wird sie schon Ruhe geben…

    Ich berichte immer wieder "gerne" von der PR-Dame (wenn auch kein vergleichbarer Fall), die meinte, ich würde im Gegenzug für ein Testprodukt ausschließlich Positives schreiben – anderenfalls hätte ich doch bitte lieber gar nichts schreiben sollen. Nur weil man als Bloggerin Testprodukte annimmt, heißt das doch noch lange nicht, dass man nach der Pfeife der Firmen tanzt und käuflich (streng genommen kriegt man ja für Testprodukte noch nicht mal Geld, von dem man Miete etc. zahlen kann) ist.
    Es ist und bleibt ein Hobby für mich, aber ich habe auch den Eindruck, dass Blogger in Deutschland nicht wirklich ernst genommen werden.

    Zum Thema "Bilder-Klau": Ich finde nur schwer nachzuvollziehen, dass vielen gar nicht bewusst ist, dass man nicht einfach irgendwelche Fotos aus dem Internet kopieren und als eigene ausgeben kann. Das war mir bereits vor meines Jura-Studiums bewusst und inzwischen steht das für Blöde eigentlich auch überall.

    Warum ich blogge? Ich teile einfach gerne meine Meinung zu Produkten mit. Das hat mit Testberichten auf einer Testbericht-Plattform begonnen und da ich mich auf Beautyprodukte, insbesondere Nagellack, "spezialisieren" wollte, habe ich meinen Blog gestartet. Außerdem kann ich mich in meinem Freundeskreis nicht so gut über diese Dinge austauschen, da nicht wirklich Interesse an Nagellack & Co. besteht.

    Liebe Grüße
    Isabel

  • Hallo Lu, ein sehr interessanter Artikel. Wie siehst du eigentlich deinen Blog selbst? Als professionelle Produktplattform oder noch als Austausch persönlicher Meinungen, also dem was Blogs ursprünglich waren.
    Ich frage nur deshalb, weil Conny in einem ihrer jüngeren Artikel eine sehr interessante Diskussion zum Thema Kommentarverhalten angeregt hat (http://milchschokis-beautyecke.blogspot.de/2013/11/diskussion-kommentarverluste-oder-der.html), und mich dein Artikel prompt daran erinnerte.

    • Ich sehe meinen Blog in erster Linie als Inspirationsquelle. Die Reviews sind nicht Hauptbestandteil des Blogs, daher würde ich ihn nie als "professionelle Produktplattform" bezeichnen. Mir ist die Persönlichkeit wirklich wichtig, weshalb ich auch letztens den "Private"-Post geschrieben habe (und es sollen noch mehrere folgen!), aber natürlich auch eine gewisse Professionalität, da der Blog mittlerweile natürlich nicht mehr nur ein Hobby ist. Ich investiere viel Zeit, Mühe und Geld und auch, wenn ich das mit Freude und Leidenschaft tue, möchte ich eben auch, dass diese Arbeit gewürdigt wird.
      Ein Austausch ist mir auf jeden Fall wichtig, deshalb gehe ich auch sehr gerne auf Kommentare ein, aber auch auf Mails und bei Facebook und Co., dementsprechend sehe ich mich immer noch als klassischen Blogger. :)

      Den Post von Conny muss ich mal lesen!

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