• Private XVI | Embrace •

• Private XVI | Embrace •

166602_poster_1

Photo: “Embrace” / CinemaxX PR

CinemaxX hat mich freundlicherweise am 11. Mai dazu eingeladen, “Embrace” mit ein paar anderen zauberhaften Frauen (beste Begleitung für diesen Film!) zu schauen. Ich weiß, dass das schon ein bisschen her ist, aber natürlich will ich ein paar Worte zum Film und was ich darüber denke, verlieren.

Ihr wisst alle, dass Body Positivity mein “Täglich Brot” ist. Das Thema ist mir sehr wichtig und wenn andere Frauen die gleiche Botschaft mit mir teilen, macht mich das sehr glücklich. Dass der Dokumentarfilm “Embrace” den Weg in die deutschen Kinos gefunden hat, ist so toll, auch wenn es ziemlich enttäuschend war, dass er in den meisten Kinos, die ihn ausgestrahlt haben, leider nur ein Mal an einem einzigen Tag gezeigt wurde. Diese Dokumentation sollte Pflichtprogramm für junge Menschen sein – vor allem natürlich Mädchen, aber auch Jungs. Denn auch die kennen den Kampf mit Body Shaming und Selbsthass. Und wenn nicht, dass lernen sie vielleicht eine wichtige Lektion über Frauen und wie es ist und sich anfühlt, in einem Körper zu leben, der nie gut genug ist – bis man sich für sich selbst dazu entscheidet, dieses Gefühl zu verändern und sich selbst zu lieben.

Kurz zusammengefasst: im Film reist Taryn Brumfitt um die Welt, um herauszufinden, warum Frauen so viele Probleme mit ihren Körpern haben, nachdem sie selbst ihre eigene Story durchlebt hat – als Mutter von drei Kindern, nach den Geburten, sah ihr Körper nicht mehr so aus wie vorher. Also entschied sie sich dazu, sich ordentlich zu verändern, hart zu trainieren, Diät zu halten und am Ende bei einem Bodybuilder-Wettbewerb mitzumachen, bei dem sie schlussendlich festgestellt hat, dass das alles es gar nicht wirklich wert ist und dass sogar diese scheinbar “perfekten” Frauen ebenfalls nicht zu 100% glücklich mit sich selbst sind.
Sie besucht Frauen aller Art auf der Welt und wir lernen ihre Geschichten kennen: da ist eine mit einer Essstörung, die sie nur als Haut und Knochen zurückgelassen haben, nur, weil sie nicht “als das dicke Mädchen in Erinnerung bleiben” will. Noch eine Frau, deren Gesicht und Körper schlimm verbrannt wurde, und dennoch sagt sie, dass es wohl “das Beste war, das (ihr) passieren konnte”. Eine Frau mit Bart, eine Frau mit einer halbseitigen Muskellähmung im Gesicht,… So viele inspirierende Frauen, die sich tatsächlich lieben, ganz egal, was ist.

Während der Interviews auf der Straße, wo sie versucht, herauszufinden, warum Frauen sich in ihren eigenen Körpern nicht wohlfühlen können, antworten die Frauen auf die Frage, was sie über ihre Körper denken, immer mit Dingen wie “ekelhaft”, “zu fett” und “hässlich”. Frauen, die offensichtlich schön sind und keinen Grund haben, sich so zu bezeichnen.

Es ist verrückt, wie wir so sehr manipuliert wurden, dass wir tatsächlich davon überzeugt sind, dass wir abstoßend sind. Dass unsere Gesellschaft uns immer wieder impliziert, dass wir nicht dünn genug, nicht hübsch genug, nicht gut genug sind – während sie offensichtlich “perfekte” Models so photoshoppen, dass sie am Ende gar nicht mehr wie sie selbst aussehen. Es ist absolut erschreckend, dass kleine Mädchen bereits glauben, dass sie dick sind und Diät machen müssen, weil wir schon von klein auf lernen, dass ein Mädchen hübsch sein muss. Und hübsch bedeutet dünn. Dick kann niemals hübsch sein. Was für eine Schande!

“Embrace” erzählt eine sehr berührende Geschichte und zeigt sehr starke und wundervolle Frauen, die grandiose Vorbilder für alle da draußen sind.
Aber das ist auch dieser eine Punkt, den ich kritisieren möchte: dieser Film dreht sich nur um Frauen. Und primär darum, dass “dünn sein nicht normal ist” (irgendwie so) – nicht auf eine “Skinny Shaming”-Art, aber ich hatte das Gefühl, dass vergessen wurde, dass es auch dünne Frauen gibt, die genauso toll sind wie jede andere Frau, die sie im Film gezeigt haben. Und dass da keine Diäten oder anderer kranker Scheiß hinter ihren Körpern steckt. Dünne Frauen sind auch ein Teil von Vielfalt!
Und während sogar eine wunderbare Transgender-Frau gezeigt wurde, haben sie offenbar die Männer vergessen. Nicht nur die, die durch die selbe Hölle wie wir Frauen gehen, aber auch die, die vielleicht eine Meinung zu all dem haben, einen konstruktiven Input, wie zum Beispiel ihre Ehemänner oder Freunde. Ich denke, es wäre hilfreich, auch ein paar Stimmen der Männer und ihre Erfahrungen und Meinungen zu Body Positivity zu hören.

Etwa 99% der Besucher in “meinem” Kino waren Frauen. Und etwa 80% davon waren Frauen, die schon längst bei sich angekommen sind oder zumindest auf dem Weg dahin sind.
Aber dieser Film sollte eigentlich diejenigen erreichen, die endlich hören und sehen müssen, dass Liebe sich selbst und seinem Körper gegenüber nicht falsch ist. Dass es essentiell für Freude und Zufriedenheit ist, positive Gefühle für sich selbst zu empfinden und dass es niemals hilfreich sein wird, wenn man sich selbst hasst (so sehr, dass man sich selbst sogar Schaden zufügt!) – all das bloß wegen unserer äußeren Hülle.

Und so lange es Frauen da draußen gibt, die sich hässlich und ekelhaft fühlen, werde auch ich weiterkämpfen. Denn sich selbst zu lieben ist das Beste, was man tun kann. Und wenn ihr euch noch nicht selbst “embraced” habt, dann solltet ihr genau jetzt damit anfangen. ♥

#Body Positivity#Cinema#Cinemaxx#Embrace#Film#Kino#Movie#Private#Review#Taryn Brumfitt
Written by Luciana
Hello everyone, my name is Luciana, I'm 27, and the creative mind of "Lu zieht an." I was born in Germany but I'm half Brazilian, that's why you can read this blog in German and English - but feel free to write and ask me anything in Portuguese. I love and live fashion, am obsessed with sunglasses and bright lipsticks and the world's biggest sushi and steak lover. Follow me for daily updates on Instagram (@luziehtan). ♥
5 comments

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>