• #issso | Mein Fazit in 10 Fails •

• #issso | Mein Fazit in 10 Fails •
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“Iss wie der, der du sein willst.” #issso – oder auch: Fette sind bemitleidenswert, dumm, fressen nur grauen Schlonz, wollen nichts daran ändern und sind auch noch selbst schuld dran.

Oder auch: wenn du dünn bist, kannst du fliegen!

Edeka’s Werbeagentur hat mal wieder einen neuen Werbespot aus dem Ärmel geschüttelt, den die Internetgemeinde für grandios hält. Hauptdarsteller ist der junge “Eatkarus” (Fail Nr. 1: ich finde das Wortspiel bereits sowas von daneben! Auch wenn es wohl das Thema trifft, passt es eben zum ganzen Fatshamingkonzept der Werbung), der selbst genauso überzeichnet fett und rund wie alle Anderen in der Geschichte ist – auch der Hund. Sie alle essen ständig und überall, auch anstatt zu arbeiten, den – wortwörtlich – gleichen grauen Einheitsbrei (Fail Nr. 2: wie schön es ist, mal wieder ein pauschalisiertes Bild der übergewichtigen Menschen vorgesetzt zu bekommen! Und dazu noch Schauspieler in wahnsinnig mies gemachten, lächerlichen Fatsuits. Immer wieder nur zu übertreiben, wenn es um Dicke geht, nur um damit vermeintlich keinem auf den Schlips zu treten, macht das Ganze halt auch nicht besser – sondern fördert nur, dass man sich über diese lustig macht.). Bis “Eatkarus” eines Tages am Tisch während seiner Grauschlonzsession trübselig aus dem Fenster blickt und einen – interessanterweise nicht fetten – Vogel erblickt (Fail Nr. 3: warum ist der Hund fett, der Vogel aber nicht? Achso, ja, wenn ich dünn bin, kann ich fliegen. Aber keine Sorge, warum der Vogel dünn ist, wird noch aufgeklärt…) und prompt inspiriert ist: er will auch fliegen!
In guter alter Ikarus-Manier (Fail Nr. 4: Edeka und Werbeagentur, ihr habt euch vorher schon über → die Geschichte informiert, oder? Stichwort “No Happy End”…) startet der Junge seine ersten Flugversuche: mit Luftballons, aber die Schnüre reißen – weil er zu fett ist. Mit einem Drachen, aber er wird nur über den Boden geschleift und hat dann ein blaues Auge – weil er zu fett ist. Mit einer fancy Flügelkonstruktion à la Flugzeugflügeln auf den Rücken geschnallt, aber er stolpert auf dem Weg zum Gipfel des Berges und weint (zum Glück versucht er das dann nicht mal mehr doch noch, denn das wäre es wohl mit “Eatkarus” gewesen!) – weil er zu fett ist.
Doch da, welch ein Zufall, ist glücklicherweise der Vogel wieder! Er nascht vor “Eatkarus” ein paar Beeren vom Zweig und siehe da, der schlaue Junge kombiniert: wenn ich jetzt auch nur noch Beeren esse, kann ich fliegen (Fail Nr. 5: ja, klar, aber dass der Junge halt kein Vogel ist, darauf kommt er nicht. Zugegeben: der “echte” Ikarus war da auch so naiv… An der Stelle frage ich mich übrigens, ob der Hund auch fliegen könnte, wenn er denn wollte…hm!)!
Nach kurzer Zeit (“Probieren Sie jetzt die neue Beeren-Diät! Schlank in zwei Flügelbasteltagen!”) ist “Eatkarus” schlank und steht mit seinem neuen Gadget aus Zeitungspapier bereit für den Jungfernflug.
Alle, die ihn vorher schon für bescheuert hielten (Bodyshaming mal andersrum oder eben auch – leider irgendwie doch immer wieder Realität – das Klischee, denn wenn die Dünnen mal nicht die Dicken bashen, ist es eben andersrum…), starren jetzt böse den Jungen mit den Zeitungsärmeln an und ihnen läuft fast der Schlonz aus dem Mund. Er wird doch nicht? DOCH! Er rennt los – und fliegt.
Zum Schluss gibt’s grinsend noch eine Brombeere und das Motto des neuen Spots: “Iss wie der, der du sein willst.” – oder auch: flieg, du kleine Johannisbeere!

Fail Nr. 6: alle feiern diese Werbung auf Facebook, als gäbe es kein Morgen mehr (gut, bis auf leider nur sehr wenige Ausnahmen).

Jetzt ist es natürlich so, dass ich auf Fatshaming, bzw. Bodyshaming jeder Art (ich kämpfe ja hier – nicht nur – auf dem Blog schließlich für Vielfalt und Akzeptanz!) besonders empfindlich reagiere. Das will ich gar nicht leugnen. Nicht nur die Wut, die bei jedem weiteren Mal, wenn ich die Werbung sehe, immer mehr wächst, aber gerade auch die Kommentare auf Facebook zeigen mir, dass ich mit meiner Reaktion gar nicht so falsch liege, denn das, was Edeka hier tut, ist kein bloßer Aufruf, sich gesünder zu ernähren. Es ist ganz mieses Fatshaming versteckt unter dem Deckmantel, den Leuten mit einer putzigen und bizarr-überzeichneten, pseudo-motivierenden Geschichte ans Herz zu legen, doch lieber statt grauem Einheitsschlonz über eine ausgewogene Beerendiät (ihr wisst schon, wie ich das meine!) nachzudenken. Ihr kennt das: die Menschheit heuchelt gern Interesse an der Gesundheit anderer, aber nur, wenn diese dick sind (Stichwort → “Glorifying Obesity”), denn die will ja schließlich keiner sehen!

Da gibt es dann Kommentare wie: “Die Fetten sind selbst schuld, wenn sie fett sind! Kann man ja ganz einfach ändern!” Oder: “So sieht die Wahrheit aus! Dick sein ist eine Quälerei – dünn sein bedeutet frei zu sein!” Oder: “Alle Dicken sollen mal nicht so zimperlich sein, hier geht’s nur um gesundes Essen und wie sehr das beflügeln kann!”

Aber nein, es geht nicht nur um gesundes Essen. Zunächst hätten wir da Fail Nr. 7: wenn ich zeigen möchte, dass mich eine gesunde Ernährung beflügelt, warum muss ich dafür als Ausgangszustand übertrieben dicke Menschen beim Essen von Müll zeigen (rhetorische Frage, wir wissen natürlich, dass Stereotypen immer gut für solche “Witze” sind…)? Auch dünne Menschen können sich einseitig ernähren, auch dünne Menschen können aufgrund dessen müde, schlecht gelaunt und nicht-beflügelt sein. Warum wird hier – wie immer – das Klischee der Dicken, die den ganzen Tag nur Mist essen und sonst nichts machen, ausgepackt (ebenfalls rhetorisch, denn so sieht eben das Bild aus, das uns Tag für Tag, mal mehr und mal weniger unterschwellig vermittelt wird…)?

Fail Nr. 8: der unglückliche dicke Junge. Wie viele Kinder und Jugendliche mit Übergewicht werden diese – praktischerweise auch so schön kindgerecht inszenierte – Kurzgeschichte ansehen und sich mit “Eatkarus” identifizieren? Der nur im dünnen Zustand glücklich sein kann und sein Ziel erreicht? Der eine neue Form von Essstörung annimmt (vom täglichen Einheitsbrei zur Beerendiät), um dieses zu erreichen? Gerade diese Zielgruppe sollte man anders motivieren und nicht mit so einem Blödsinn noch tiefer in den seelischen Grauschlonz treiben!

Fail Nr. 9: an dieser Stelle muss es trotzdem noch sein – BITTE zeigt nicht im Fernsehen, dass der Junge es dem Vogel gleichtut und Beeren blind irgendwo im Wald nachnascht. In dem Fall haben wir dann nämlich das erwartete “No Happy End”, das den guten Ikarus ereilt hat. So würde es sich dann auch erklären lassen, dass “Eatkarus” fliegt – die giftigen Beeren haben ihn nämlich umgebracht.

Fail Nr. 10: alles. Die ganze Werbung. Fatshaming und auch Bodyshaming generell ist nie cool. Auch nicht in einer pseudo-knuffigen Geschichte verpackt. Auch nicht, wenn der Junge sein unheimlich dämliches Ziel erreicht, denn auch dünn sein macht uns nicht zu Vögeln. Und erst recht nicht zu besseren, glücklicheren Menschen. Das mag vielleicht bei manchen tatsächlich der Fall sein, aber Glück, Zufriedenheit und ein guter Mensch sein sollte nicht von unserer Körperform abhängig sein. #isso (ein s weniger, dann find’ ich den Hashtag auch gut!)

• Curvy Supermodel – mein Fazit •

• Curvy Supermodel – mein Fazit •
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Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, gestern bei “Curvy Supermodel” reinzuschauen. Schon lange wurde sich ein solches Format gewünscht, ein Pendant zu “Germany’s next Topmodel”, aber eben in Plus Size. Gelandet ist die neue Supermodel-Castingshow bei RTL2, dem Trailerpark der Fernsehsender – vielleicht auch mit die schlechteste Entscheidung. Ein bisschen frage ich mich ja, wie das Ganze auf ProSieben gelaufen wäre, also wirklich parallel. Eventuell etwas professioneller, aber ich denke, mein Fazit wäre am Ende das gleiche.

Vor Ausstrahlung der Sendung und auch vor dem Casting wurde ich ein paar Mal gebeten, das Format vorzustellen – ich habe das bewusst vermieden. Mir war klar, dass der Sender allein schon nicht ideal für ein solches Format ist, aber ich bin tatsächlich fast ohne Erwartungen an die Sendung rangegangen. Leider wurden diese sogar unterboten.

Eine zusammengefasste Version meines Fazits hab’ ich gestern Abend bereits auf → Facebook und → Instagram hochgeladen, aber ich wollte unbedingt auch nochmal ausführlich auf das ganze Thema eingehen.

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• Random Pictures – N° 54 •

• Random Pictures – N° 54 •

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#nocaptionneeded • …and actually no more words, either. ;) Just love – for this beautiful sunset, the wonderful day I spent before I saw this and everyone who’s reading this. ♥

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#truewords • A few quotes that I reposted…
The first one is all about my work: it’s not about promoting obesity or an unhealthy lifestyle or saying that being fat is the best thing in the world – it’s about promoting to love yourself. Love yourself so much that you’re not afraid of showing it. And with that I want to inspire you to give “real” fashion a try, to be creative and play around with clothes and different styles! Don’t give up and be an inspiration for others too! And if I did this all for only one person who’s changed their mind, I’ve totally reached my goal! :)
The second one is actually a very sad truth, but believe me: it’s absolutely worth it. Being yourself is the best freedom ever and there’s no need to be like anyone else, even though they’re great too. But for everyone that you think might have a better life and be happier than you, there is someone who thinks exactly the same about you. Think about it! ;)
The third one is a little rant, yes – but to be honest, this is something that keeps frustrating me about my work as a blogger. Sure, not everyone treats me like that, but: how often do I receive e-mails from potential business partners who “found my blog and love it” and want to work with me. But when I tell them what my work is worth, they “don’t have any budget”, “are a start-up company” or just don’t answer anymore.
I’m not a little girl in front of a PC playing around with “Paint”. I may have started my work as a blogger from nothing, but it’s my job. I do not only spend passion and love on it, but also time, hard work and money. I really wish that people would appreciate that.

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#helloberlin • I spent a great evening with Urban Decay in Berlin for their launch of the NAKED Smoky palette (find my review → here) and checked in at the Hotel de Rome (thinking about a tiny little review of the room – is that something you’d be interested in? Usually, it’s only one stay with events…). I’m normally not someone who calls for the room service, but this Club Sandwich (sooooo good!) was much needed after a loooong day without enough food (all brands should consider making plus-size versions of their snacks at events because they’re delicious but way too small! ;)).

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#outfitpreview • I’m almost done with my → #BeachBodyNotSorry posts (still got two looks to shoot and two to post, so…), so today I’ve got a little preview of two “normal” outfits for you. The left one is for persona by Marina Rinaldi who sent me this beautiful shirt which I combined with my good old petticoat skirt, the one in the middle is probably my favorite outfit of the year – a mixture of casual and sexy thanks to H&M+ and Agent Provocateur ;), and the right one is one of six looks that I’m currently shooting for the latest Anna Scholz x sheego collection – you’ll soon get to see my very own lookbook on our blogs!

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#happymakers • I’m not asking for much: little black boxes and what’s inside (especially when it fits!) make me very happy, sushi from my favorite sushi man back home does not only stuff me but also makes me smile, and a cold shower is everything – at the moment, summer in Germany is hot, sticky and sweaty – is there anyone who’d like to buy me a huge rain shower? :)

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#welovehh • Isn’t this one of the most beautiful views you’ve ever seen? :)

Plus Size & Body Acceptance.

ENOn Monday, I was in Brussels with PrimaDonna Lingerie. They presented an expo of vintage pieces and some interesting information about how a PrimaDonna bra is manufactured (it’s made of 45 individual pieces and hand-sewn!). The highlight of the day was their fashion show, with many beautiful women, including top model → Myla Dalbesio (you might know her, she was Calvin Klein’s plus-sized model for an underwear campaign which caused a horrible shitstorm – instead of people admiring the great choice CK made with this beauty!).

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When I posted a picture of her on my Instagram account, one of the first comments was about her and being plus size – which, in the commenter’s opinion, is not okay because she’s not plus-sized and our society must be totally sick if she is. It made me think about why this comment came up because I hadn’t mentioned anything about her size, neither had I said something about plus size. I had just posted a beautiful women, with a gorgeous body, presenting great underwear (and referred to my Snapchat account for more live pictures of the show – with even more incredibly beautiful women!). By the way: PrimaDonna Lingerie makes underwear and especially bras for bigger cups, which in principle has nothing to do with plus size.

Why do people care so much about this? Why isn’t she allowed to be called plus size if she’s not a specific (let’s call it “obvious plus”) size? “Body Acceptance” doesn’t only mean accepting your own body but also others’ (skinny or fat or anything in between!). It means that you’re not the one who’s deciding about their health, what size they should be, what’s better for them, what’s more beautiful in your opinion. Short: “Body Acceptance” means not running down others’ bodies in order to make yourself feel better in yours.

Sure, it’s not the best message, especially for young girls, to show a woman with an absolutely normal body and call her plus size. But that’s fashion. You’re either size zero or anything else – which is plus size. And unfortunately, in fashion, for some brands or model agencies this already starts at size 38 (EU) instead of a 42, which would be more than enough for starting plus sizes. I’m not calling this okay – this is something that needs to be changed. 38 is not plus size for everybody. It’s a fashion thing. And this is why it’s our responsibility to always remember that this is not real life. Mothers have to remind their daughters that this is business and not a goal for everyone. Girls need to stop putting themselves down by comparing themselves with models in magazines (we all know that they don’t even look like this – it’s all Photoshop!). You’re not supposed to look like somebody else!

Anyways, why do people label each other? Why can’t Myla just be called a model, why do we always have to refer to a size instead of a person? That’s not “Body Acceptance”, that’s judging, even though this time it’s not in a bad way.
But there’s always this tedious discussion about models not being plus size enough, while actual plus size models (thinking of super babe → Tess Holliday!) are called unhealthy, glorifying obesity. What do people want? You can’t please everyone (not only in terms of “plus size”, but in any situation!). You’re either way too thin and not allowed to be called plus size or you’re too fat and not good enough for the term plus size. This discussion is sad and discriminatory for everybody.

Let’s stop labeling people, see them as numbers or sizes and what they “should” be. Let’s look at this picture and see a gorgeous woman with a beautiful, normal body.

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